
Von Amts wegen auf YouTube: Oberbürgermeister Dirk Elbers im
Dachmarken-Interview (Quelle: www.duesseldorf.de)
Mit diesem Gestammel hatte
er im Dezember 2011 seine Ambition im Kölner Radio EINSLIVE verkündet:
„Wir wollen die Konturen, die wir haben,
schärfen und eine Marke kreieren – deutlicher machen – um damit dann auch
Werbung zu machen über Düsseldorf hinaus natürlich in die Welt hinein.”
Alles klar?
Nun, über ein Jahr später, erläutert er in einer offiziellen
Videoaufzeichnung das Ergebnis seines politischen Gestaltungsfurors. Hier die
unkommentierte Abschrift seines bizarren Interviews mit Kult-Potenzial:
Eine neue Dachmarke für :Düsseldorf
Oberbürgermeister Dirk Elbers im „Stadtgespräch”
Frage: Warum braucht Düsseldorf eine Dachmarke?
Ja,
Städte sind auch Marken, Marken die sich national und international behaupten
müssen, im Wettbewerb stehen eben mit anderen Städten und da spielen natürlich
die Ansiedlungsunternehmen eine Rolle, genauso wie die Arbeitskräfte, aber auch
der Fachkräftemangel spielt heute eine Rolle, also Rekrutierung von
Arbeitnehmern und auch das Wohnen spielt eine Rolle und deshalb ist das so
wichtig.
Frage: Wie sehen Nicht-Düsseldorfer Düsseldorf?
Also
das Bild von Düsseldorf ist oftmals so außerhalb Düsseldorfs, dass wir als sehr
leistungsorientiert gesehen werden, ein bisschen schickimicki gesehen werden
und wir in Düsseldorf wissen ja genau, dass wir natürlich auch
leistungsorientiert sind, eine schuldenfreie Stadt sind und hier wird gerne
gearbeitet, das ist gar keine Frage. Aber die Düsseldorfer sind auch
bodenständig und heimatverbunden und sehr emotional – und das ist ein Bild, was
so nicht ganz gut überkommt, also die Ausgewogenheit zwischen der Leistungsstärke auf der einen Seite und eben
dem Bodenständigen und Liebenswerten auf der anderen Seite. Das kommt mir ein
bisschen zu kurz.
Frage: Wie wurde die Dachmarke entwickelt?
Ja,
’ne Dachmarke kann nur leben, kann man nur durchsetzen, wenn sie auf breiten
Füßen steht. Und das war eben das Schöne in dem Prozess von Anfang an, dass
alle gesellschaftlich relevanten Gruppen mit eingebunden waren, sich
eingebracht haben. Dass die Bürger sich eingebracht haben mit Fotos und gezeigt
haben durch Internetbeiträge, wie sehen sie eigentlich ihr Düsseldorf. Und
Politiker, der politische Beirat und so was dazugehört, also alle waren
beteiligt. Und deshalb gilt mein besonderer Dank heute eben all denen, die
diesen Prozess bis heute so positiv begleitet haben.
Frage: Ersetzt die Dachmarke das Verwaltungslogo?
Nein,
die Dachmarke soll eben nicht das Verwaltungslogo ersetzen, sondern die
Dachmarke dient dem Standort-Marketing und ist ein Instrument dafür, ein
ausgewogenes Bild der Stadt Düsseldorf zu zeigen. Einmal die wirtschaftliche
Stärke natürlich, die die Düsseldorfer haben, die die Stadt haben, was auch weltweit
bekannt ist, aber eben auch ein emotionales Bild zu zeigen. Das geht alles
unter dem Begriff Dachmarke. Das ist der eine Part. Und der andere Part ist eben,
dass unsere städtischen Töchter, Unternehmen und Kulturinstitute in unserer
Stadt eben unter einer Dachmarke, immer mit dem Dachmarkenlogo, wenn man so
will, auch national und international gemeinsam als Familie auftreten.
Frage: Ersetzt die Dachmarke das Corporate Design der
Partner?
Nein,
eben nicht. Das Corporate Design soll erhalten bleiben bei allen städtischen
Töchtern und auch bei allen Kulturinstituten, bei den Museen,
Schauspielhaus, Oper, Tonhalle – überall bleibt es gleich. Aber es soll eben
deutlich werden, dass es Düsseldorfer Institute sind, Unternehmen sind, die eben
unter dieser Dachmarke gemeinsam auftreten. Deshalb haben wir dieses
Doppelpunkt-D, Doppelpunkt-Düsseldorf kreiert, was jetzt überall zusätzlich
zum Corporate Design der Unternehmen und der Institute, ja, Verwendung findet.
Frage: Welche Reaktion wünschen Sie in anderen Städten?
Ja,
dass auch ein Denkprozess einsetzt auch bei den Menschen in anderen Städten. Einmal natürlich wollen wir werben für die
Stadt, dass man uns hier in Düsseldorf besucht als Tourist und sich hier gern
aufhält. Aber auch das Bild, was eben in anderen Städten von Düsseldorf im Kopf
ist, oftmals, wie ich das so höre, dass das zum Nachdenken anregt und man sagt:
Oh, die Düsseldorfer sind doch viel emotionaler und viel bodenständiger und
rheinisch und mit denen kann man doch am Tresen ein Bier trinken und die sind
gar nicht so schickimicki, wie das oftmals in anderen Städten gedacht wird.
Frage: Ist es eine Einladung nach Düsseldorf?
Ganz
genau, unbedingt. Ich möchte eben, dass viele hierhin kommen in Düsseldorf und
sich davon überzeugen, wie schön es in Düsseldorf ist und wie emotional wir
sind und wie liebens- und lebenswert die Stadt ist und dass man hier wirklich
gut leben kann.
Frage: Wie wird die neue Dachmarke ankommen?
Ich
hoffe sehr, dass es wirklich gut ankommt, bei den Düsseldorfern, in Düsseldorf.
Auf der anderen Seite haben wir natürlich in den letzten Wochen auch erfahren,
dass unser Ergebnis „Doppelpunkt D“, „Doppelpunkt Düsseldorf“, das was die
Dachmarke ausmacht, das was sie ist, wovon wir überzeugt sind, dass es richtig
ist, dass das natürlich polarisiert. Wichtig ist mir, dass sie eingeht, dass
man sie lebt, dass man sie zeigen kann, dass jeder weiß, jetzt auf mittlere
Sicht, jawohl, das ist Düsseldorf. Da kommt’s drauf an und da würde ich mich
sehr freuen, wenn das dann auch jetzt so im weiteren Prozess, ja, passiert.
Frage: Haben Sie einen Wunsch an die Dachmarke?
Also
ich wünsche mir, dass die Dachmarke das Gefühl der Zusammengehörigkeit stärkt
und dass es unsere gemeinsame Dachmarke wirklich dann in Zukunft auch wird. Und
allen viel Freude damit und dass sie auch genutzt wird.
Siehe auch hier.
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