Verfasst von Bernd Kreutz um 13:02 Uhr in Wühltisch | Permalink | Kommentare (2) | TrackBack (0)
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Motiv aus der aktuellen Louis-Vuitton-Werbekampagne mit Bono und Gattin (Foto: Louis Vuitton)
Eine international besetzte Reklamehimmel-Jury mit Vertretern aus Wirtschaft, Kultur, Medien und Humanpsychiatrie hat überraschend schnell und eindeutig ihre Entscheidung getroffen, welche Persönlichkeit die Auszeichnung „Reklame-Depp des Jahres 2011” verdient hat. Die Wahl fiel auf den irischen Musiker Paul David Hewson, besser bekannt unter dem Künstlernamen Bono.
Ausschlaggebend für die Wahl waren selbstverständlich nicht seine unbestrittenen Fähigkeiten als Komponist, Sänger und Gitarrist der Dubliner Band U2, sondern die Peinlichkeit seiner Mitwirkung an einer internationalen Werbekampagne der französischen Luxusartikel-Marke Louis Vuitton.
Die von Annie Leibovitz mit Bono im spätkolonialen Gestus inszenierte und fotografierte Anzeige demaskiert aufs Schönste die selbstverliebte Widersprüchlichkeit dieses kleinen Mannes, der sich zu Großem berufen fühlt und dem die Mächtigen dieser Welt lange Zeit bedenkenlos die Hand geschüttelt haben.
Inzwischen hat allerdings auch der letzte Politiker in der hintersten Ecke des Erdballs begriffen, dass Bonos eigene finanzielle Opferbereitschaft für die guten Zwecke, für die er sich weltweit so lauthals und penetrant einsetzt, sehr zu wünschen übrig lässt. Seit sein Heimatland im Zuge der Finanzkrise knapp dem Staatsbankrott entkommen ist und in dem Zusammenhang bekannt wurde, dass der hundertfache Millionär über Jahrzehnte dort so gut wie keine Steuern entrichtet hat, ist Schluss mit Politiker-Händeschütteln.
Politische Naivität, kommunikationsstrategisches Unvermögen, Großmannssucht und Eitelkeit haben selten ein einvernehmlicheres Bild abgegeben wie Bono in der Werbung für Louis Vuitton.
Verfasst von Bernd Kreutz um 15:20 Uhr | Permalink | Kommentare (2) | TrackBack (0)
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Making of „I LOVE GERMANY“ mit Mamywoto und Bernd Kreutz (Foto: Max Giergen)
Share free Download for iPhone & iPad: http://itunes.apple.com/de/book/i-love-germany/id445581536?mt=11
Verfasst von Bernd Kreutz um 11:51 Uhr in Wühltisch | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
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Nur noch bis Weihnachten, dann ist Schluss mit lustig (Bildschirmfoto: Lego)
Sohnemann spielt World of Warcraft und Papi entwirft derweil ein Objekt aus Lego-Bausteinen, Lego stellt das Objekt exklusiv für ihn her (customized, wie es so schön heißt) und liefert es in einer exklusiven Verpackung. Das war für viele Väter die ultimative Weihnachts-Überraschung. Mit der Betonung auf war. Denn Lego hat überraschend Papas Klötzchen dicke. Noch kann Mann die Software downloaden. Bitte Lego schöne Weihnachts-Grüße aus dem Reklamehimmel ausrichten.
Verfasst von Bernd Kreutz um 10:33 Uhr in Wühltisch | Permalink | Kommentare (1) | TrackBack (0)
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Die Literaten Hans-Magnus Enzensberger und Tracey K. Smith treffen sich als Teilnehmer der „ROLEX MENTOR & PROTÉGÉ ARTS INITIATIVE” (Bildschirmfoto: rolex.com)
Wenn ich ein paar Jahrzehnte zurückblicke und ehrlich zu mir selbst bin, muss ich zugeben, dass ich geschätzte zwei Stunden zu viel darauf verschwendet habe, einen regelrechten ROLEX-Hass zu kultivieren. Meist richtete er sich gegen Männer, denn ROLEX-tragende Frauen waren für mich ohnehin nur Barbie-Püppchen, die ihr Dasein auf Kosten ROLEX-bestückter Sugardaddies fristen.
Aber woher kam dieser Hass auf alles, was mit ROLEX zu tun hat? Die Uhren selbst fand ich ja schon immer scheußlich. Aber auch nicht scheußlicher als die meisten Uhren anderer Hersteller. Aber Männer, die ROLEX-Uhren trugen, fand ich nicht nur geschmacklos. Sie waren mir geradezu körperlich zuwider. Im Verlauf meiner beruflichen Karriere blieb es mir jedoch nicht erspart, mit solchen Männern persönlich bekannt gemacht zu werden. Nahezu alle haben sie mein Vorurteil bestätigt. Jeder war auf die eine oder andere Art erfolgreich, meistens kommerziell. Auch waren es ausnahmslos gepflegte Erscheinungen mit durchweg akzeptablen Manieren. Sogar gebildet kamen mir einige vor. Selbst der oft festzustellende Testosteron-Überschuss mit den aus dem Tierreich bekannten Folgen störte mich nur in
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Verfasst von Bernd Kreutz um 12:33 Uhr in Wühltisch | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
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Luxusproletariat auf den Champs-Élysées (Foto: Rulf Neigenfind)
Jeden Tag derselbe traurige Anblick: Menschen stehen an. In langen Schlangen. Ein Zeichen der Krise? Ist die Versorgungslage im Pariser Westen wieder einmal kritisch geworden? Die Leute warten draußen vor dem Tor, im Regen, im eisigen Wind. Aber worauf warten sie? Ein Pfund Mehl? Ein paar Eier? Etwas Holz & Kohlen? Oder handelt es sich gar um eine Kulturschlange? Sind etwa wieder mal Picassos, Monets oder Matisses zur Show gestellt?
Aber nein! Hier handelt es sich um das oft von weit her angereiste Luxusproletariat, das geduldig ansteht, um bei Abercrombie & Fitch ein- und für den Kauf eines Hoodie oder eines Sweatshirt zugelassen zu werden.
Weiter oben auf den Champs, vor dem Protzpalast von Louis Vuitton, besteht die Schlange aus schwer betuchten, jedoch in bürokratisch gemusterten Nylonanzügen angetanen Chinesen, germanischen Allzweckblondinen, denen man den Düsseldorfer Akzent schon von
Verfasst von Rulf Neigenfind um 13:00 Uhr in Baguette | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
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OB Dirk Elbers bei der Demonstration seiner Kernkompetenz (Foto: duesseldorf.de)
Mode-Hauptstadt. Kunst-Kapitale. Werbe-Metropole. Das war Düsseldorf. Neunzehnhundertachtzig. Diese Begriffe waren keine Erfindungen von Etikettenschwindlern – sie beschrieben treffend die Wirklichkeit. Sie klangen in den Ohren eines in Stuttgart geborenen erzkonservativen Schwaben mit Schulerfahrungen in einer Pietisten-Hochburg wie eine Verheißung. Ich konnte ihrem fast pornografischen Reiz nicht lange widerstehen. Mitte 1980 packte ich schließlich meine Sachen und zog nach Düsseldorf. Zwar dachte ich anfangs, ich hätte mich ins Freiluftgehege eines industriell betriebenen Sonnenstudios verirrt, aber das zwanghafte Gutaussehenwollen der Düsseldorfer hatte auch Vorteile, die ich schnell zu schätzen lernte: es sah nämlich gut aus. Das Bestreben allerdings, meinen goldmetallicfarbenen Rolls-Royce Silver Cloud II am helllichten Sonntagmittag auf der Kö genauso unbeachtet parken zu können wie in Stuttgarts Innenstadt am Samstagvormittag, war auf Dauer zum Scheitern verurteilt und führte letztlich zu dessen Verkauf. Ich hatte nach kurzer Zeit keine Lust mehr, mich nach dem Besuch des Café Heinemann durch eine gaffende Menschentraube hindurch ans Steuer zu quälen. Diese Erfahrung hat mich gelehrt, dass der Düsseldorfer nicht nur gerne durch Oberflächliches beeindruckt, sondern sich auch gerne durch Oberflächliches beeindrucken lässt.
Womit wir beim Düsseldorfer Oberbürgermeister Dirk Elbers wären. Man muss nur ein einziges Mal miterlebt haben, wie der Herr durch eine Hotellobby stolziert, um zu wissen, dass auch er gerne etwas hermacht. Da er im Gegensatz zu seinem in Thüringen geborenen Vorgänger bislang keine originären kommunalpolitischen Leistungen von stadthistorischer Bedeutung vorweisen kann, startete er jetzt eine gleichermaßen banale wie überflüssige Kommunikations-Initiative (siehe hier), die „ein neues Erscheinungsbild, also ein ‚Corporate Design’ der Stadt” hervorbringen soll. Gestaltet von der Niederlassung der Berliner Meta Design AG, so viel scheint schon einmal festzustehen. „Wir wollen die Konturen, die wir haben, schärfen und eine Marke kreieren – deutlicher machen - um damit dann auch Werbung zu machen über Düsseldorf hinaus natürlich in die Welt hinein” verkündete Elbers mit unfreiwilliger Komik im Kölner Radiosender EINSLIVE.
Mit Verlaub, dieses strunzdumme Marken- und Corporate-Design-Gesülze ist eines Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt Düsseldorf unwürdig. Niemand hat für einen solchen Quatsch Steuern bezahlt. Es gehört zwar zu den Privilegien eines Politikers, Ämter im Amateurstatus ausüben zu dürfen. Das heißt aber noch lange nicht, dass er deshalb Lobbyisten auf den Leim gehen muss, deren oberste Maxime es ist, ihren eigenen Interessen zu dienen. Berlins OB Klaus Wowereit gab vor Jahren ein warnendes Beispiel. Seine „Markenoffensive” für die Bundeshauptstadt verschlang einen zweistelligen Millionenbetrag und versandete im Nichts. Siehe – unter anderem – hier.
Man mag es bedauern, dass Düsseldorf nicht mehr als Mode-Hauptstadt gesehen wird, keine Kunst-Kapitale mehr ist und auch keine Werbe-Metropole. Trotzdem – vielleicht auch deswegen – ist es mehr denn je ein Dorf an der Düssel, in dem es sich entspannt und komfortabel leben und arbeiten lässt. Selbst wenn die erste Bürgerpflicht, die Ruhe, ab und zu gestört wird – wie neulich vor meinem Schlafzimmerfenster, als zwei Porsches in Flammen aufgingen. Und dass im Schweizer Internat meines Sohnes Schüler aus Düsseldorf als „Poser” verspottet werden, ist keineswegs immer als Beleidigung zu verstehen.
Düsseldorf braucht kein „Corporate Design”. Düsseldorf braucht keine „Marke”. Düsseldorf braucht nicht Millionen verpulvern für die scheinbare Lösung eines künstlich aufgeblähten Pseudo-Problemchens, das Dutzende von Städten gerne hätten. Düsseldorf braucht aber offensichtlich dringend einen neuen Oberbürgermeister.
Im August 2014 ist der nächste Wahltermin. Bitte vormerken.
Verfasst von Bernd Kreutz um 10:50 Uhr in Wühltisch | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
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Vincenzo de Luca sagt ja. Muss er ja auch. Schließlich hat er es als Bürgermeister von Salerno persönlich in New York in Auftrag gegeben. Und zwar bei Massimo Vignelli, seinem in Gestalterkreisen seit über einem halben Jahrhundert bekannten Landsmann. Als die beiden die neue „Marke” von Salerno Ende November in der prächtigen Kulisse des Stadttheaters vorstellten, war die mediale Empörung in Italien groß. Wozu braucht Salerno überhaupt eine „Marke”, wo es doch seit Jahrhunderten so ein schönes Stadtwappen hat? Sieht diese „Marke” nicht furchtbar primitiv aus? Für den Siegerentwurf eines Studentenwettbewerbs im Frühjahr waren doch schon 3.000 Euro bezahlt worden, warum nimmt man denn den nicht? Bloß weil der Bürgermeister eine Geschäftsreise nach New York unternehmen wollte?
Sogar Oliviero Toscani, Italiens Werberlegende, zuckte nur mit den Schultern, als er zu den Qualitäten dieses Logos befragt wurde. Allerdings nicht ohne hinzuzufügen, dass er selbst Vignelli einst einen Auftrag von Benetton besorgt habe – im Wert von 1,5 Millionen. Lire allerdings. Womit zumindest die unter italienischen Männern wichtigste Frage geklärt war, wer den größten hat. Größer als der von Klaus Wowereit ist er übrigens auch, siehe hier. Sonst noch Fragen?
Verfasst von Bernd Kreutz um 15:44 Uhr in Wühltisch | Permalink | Kommentare (2) | TrackBack (0)
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HandelsBLATT macht auf HandelsBLÖD
„Substanz entscheidet. Das HANDELSBLATT ist die größte Wirtschafts- und Finanzzeitung in deutscher Sprache. Rund 180 Redakteure und Korrespondenten weltweit stehen für einen kritisch-analytischen Journalismus, der zu nationalen und globalen Themen und Anlässen exklusiv und aktuell recherchiert und analysiert. Es unterhält mit über 30 Korrespondenten, davon 20 eigenen Korrespondenten, weltweit eines der größten Netzwerke unter den deutschen Tageszeitungen.”
So stellt die Verlagsgruppe Handelsblatt GmbH & Co. KG ihr Hauptprodukt vor. Sein publizistisches Selbstverständnis definiert das Medienunternehmen wie folgt:
„Unsere publizistische Kultur ist geprägt durch das Streben nach hoher Qualität und hohem intellektuellem Standard, nach Unabhängigkeit, Fairness und Seriosität der redaktionellen Leistung. Der moderne Wirtschaftsjournalist taucht ‚tief’ in seine spezifische Fachmaterie ein, er beherrscht das wirtschaftliche Einmaleins perfekt, er kennt seine Gesprächspartner, seine ‚Quellen’, und kann deren Gehalt einschätzen.”
Am Wochenende ergab sich die Gelegenheit, dieses journalistische Credo an der Realität zu messen. An einem Thema, das mich interessiert.
Sage und schreibe zehn Seiten hat das Blatt dem Thema „Ich-Marketing” gewidmet. Sage und schreibe zehn Journalisten haben an dem Thema gearbeitet, Ressortleiter und Chefredakteur nicht eingeschlossen. Und was haben Catrin Bilalek, Claudia Schumacher,
Verfasst von Bernd Kreutz um 18:04 Uhr in Gehirnerschütterung | Permalink | Kommentare (1) | TrackBack (0)
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Der Ex-Schauspieler vor seinem letzten Auftritt in einer Düsseldorfer Schmierenkomödie
Es hat immer wieder etwas Mitleid erregend Peinliches, wenn in die Jahre gekommene Berühmtheiten skrupellosen Geschäftemachern auf den Leim gehen, die ihnen irgendeinen windigen Superlativ anzuhängen versuchen. Gestern Abend zum Beispiel ließ sich mein Lieblingsschauspieler Mario Adorf auf eine geradezu entwürdigende Weise zum Affen machen.
Ein mehr als seltsamer Seminarveranstalter mit Hang zu unfreiwilliger Komik (siehe hier) hatte sich als Abschluss und Höhepunkt eines kuriosen 2-Tage-Kongresses mit Themen wie „Steigern Sie Ihr Lesetempo” und „Ausgekuschelt. Konsequent führen” einen abartigen PR-Gag ausgedacht: Die Verleihung von „Best Human Brand Awards 2011”. Für die Kategorie „Best Human Brand Lifework” hatte man sich als Opfer Mario Adorf ausgesucht. Und Mario Adorf tappte prompt in die Falle.
Für die Auszeichnung vorgeschlagen wurde er von einer Jury, die laut Eigenwerbung
Verfasst von Bernd Kreutz um 13:34 Uhr in Gehirnerschütterung | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
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