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31. Januar 07

Gekupfert, aber gekonnt

Rsfontshop

Original und originell, Magazine von Rolling Stone (l.) und FontShop (r.)

Zu den vornehmsten Aufgaben der Werbung gehört es, gesellschaftlichen Entwicklungen in gebührendem Abstand hinterherzulaufen. Nur so ist sie in der Lage, immer wieder neu entstehende soziale Klumpungsprozesse zu erkennen, auf ihre kommerzielle Nutzbarmachung zu überprüfen und im Idealfall mit einem begeisternden Angebot zu reagieren. Dieses systeminhärente Hinterherlaufen hat in den sich selbst kreativ nennenden Berufszweigen der Werbe- und Kommunikationsbranche offenbar Verhaltensstörungen begünstigt, deren Resultate inzwischen auch für das Laienauge kaum noch zu übersehen sind.

Die Verhaltensstörung der Betroffenen besteht in einer Art Zwangshandlung. Bei der Suche nach diesen begeisternden Angeboten und der sich anschließenden Umsetzung in gestaltete Werbebotschaften wird dabei die eigene Talentfreiheit mit dem Diebstahl geistigen Eigentums kompensiert. Im minderschweren Fall wird das Ganze auch Trittbrettfahren oder Abkupfern genannt. Das führt dann zum Beispiel dazu, wie jüngst geschehen, dass man an einem einzigen Tag Werbung von Volkswagen und von der Bild-Zeitung sehen kann, die nahezu identisch ist, weil sich ihre Gestalter offensichtlich aus derselben Quelle bedient haben. Deutschland ist übrigens eine der wenigen Kulturnationen, in der die dümmsten und dreistesten dieser Verhaltensgestörten sogar mit Auszeichnungen und Medaillen rechnen können.

Es gibt allerdings auch eine Form des Abkupferns, die eine Klasse für sich bildet. Ihre Triebtäter sind keine ahnungslosen Praktikanten oder Agenturgeschäftsführer – ganz im Gegenteil. Es sind die gut Erzogenen, die Fähigen, Klugen, Neugierigen, Experimentierfreudigen, es sind die mit positiver Energie Geladenen. Hier ein Paradebeispiel.

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23. Januar 07

THE DO-HOW PEOPLE

Dhl

Cover of 36-page-special in German advertising newspaper W&V

One of recent number of German advertising newspaper W&V fell out a 36-page-special with big title ”WORLDBRAND DHL“. Now, everybody who really is brand builder or want to be brand architect or make money as brand manager must read this very carefully. You can have much learnings from it, especially if you are a brand idiot or a CEO of Kazakh or even of German top 30 corporation. The inspirational interviews with genius driving forces behind making of WORLDBRAND DHL are so illustrious you perhaps cannot sleep for several nights after reading it. Never before and maybe never after you will be instructed and guided by such brilliant professionals and intellectuals in every corner of brand strategy and careful execution.

Mind you, if you are shareholder of competitors FedEx or UPS, quickly sell off shares and invest all bucks in Deutsche Post World Net, copyright owner of DHL brand’s trademark. If you are German and not understand DHL brand claim ”THE DO-HOW PEOPLE“ in brand campaign nor anything else in it, don’t matter. Such campaigns are not published to speak to existing and potential clients. They only make benefit to some people in company headquarters to make them feel good. Only when they feel good they make us happy. Jagshemash.

22. Januar 07

”It’s not ham! It’s Beckham!“

Beckham

Madrid, 2. Juli 2003: David Beckham präsentiert die Marke Beckham. Foto: dpa

Für angeblich 250 Millionen Dollar, schön eingepackt in einend druckfrischen Fünfjahresvertrag, wechselt der Fußballer David Beckham von Real Madrid zum amerikanischen Klub Los Angeles Galaxy. Allein diese für Normalsterbliche unvorstellbare Summe sorgte für weltweites Medienecho und allgemeine Verwunderung.

Mich erstaunt dieser Vorgang nicht im Geringsten, habe ich doch schon beim Wechsel Beckhams von Manchester United zu Real Madrid die These vertreten, dass er längst kein Fußballer mehr ist, sondern eine Marke – mit dem Markenversprechen sozialer Aufstieg. Hier ein Zitat aus einem Artikel, den ich damals zu Papier gebracht habe:

„David Beckham bittet zur Pressekonferenz, um seinen Wechsel von Manchester United zu Real Madrid bekannt zu geben. 547 Journalisten und 39 Fernsehteams erscheinen, das Ereignis wird in 63 Länder übertragen, über 2 Milliarden Fernsehzuschauer sind live dabei. Schon diese Zahlen allein beweisen, dass hier kein Fußballspieler den Verein gewechselt hat, sondern eine Weltmarke einen Vertriebskanal. ,Er kommt vom Theater der Träume, dem Old-Trafford-Stadion, in die Mannschaft der Träume’, sagt Real Madrids Präsident Florentino Perez zur Begrüßung.

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16. Januar 07

Enteignet E.on! FINANCIAL TIMES unterstützt REKLAMEHIMMEL-Appell

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Artikel in FINANCIAL TIMES, 15. Januar 2007

Gerade mal eine 1 Stunde aus dem Weihnachtsurlaub zurück und schon das erste Dejà-vu-Erlebnis. In der aktuellen FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND schreibt Andreas Theyssen, der Leiter des Politikressorts, einen Leitartikel. Überschrift: „Enteignet Eon!” Inhalt: Die Forderung, den Stromkonzernen die Netze wegzunehmen, um endlich auch in dieser Branche einen fairen Wettbewerb zu ermöglichen. Ganz meine Rede, siehe REKLAMEHIMMEL-Beitrag „Enteignet E.on!” vom 11. Dezember 2006.

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