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28. Februar 07

Baden-Württemberg schreibt Imagekampagne neu aus

Bawuescreen

Screenshot des Supplement zum Amtsblatt der Europäischen Union, Dokument 30362-2007

Das Staatsministerium Baden-Württemberg hat Agenturleistungen für die Landeskampagne Baden-Württemberg neu ausgeschrieben. Geschätzter Gesamtwert des Auftrags: zwischen 4 und 8 Millionen Euro für eine zweijährige Rahmenvereinbarung. Laut Ausschreibung ist das Ziel der Kampagne, „Baden-Württemberg bei den Hauptzielgruppen der Entscheider und Multiplikatoren im deutschsprachigen Raum beliebter, bekannter und aktueller zu machen.” Abgabetermin ist der 5. März 2007, 10.00 Uhr.

Unbestätigten Gerüchten zufolge ist der Auslöser dieser Ausschreibung der Reklamehimmel-Artikel „Takin’ Care of Business” vom 14. Dezember 2006, der innerhalb der Landesregierung nicht nur zu Lachkrämpfen geführt haben soll.

„Tue Gutes und rede darüber” – jetzt auch auf japanisch

Honda

Der neue Formel 1-Rennwagen von Honda                                               Foto: Honda

Albert Oeckl, der Erfinder dieser in den Volksmund eingegangenen Redewendung, hätte sich gefreut. Keine Firmenfarben. Keine Sponsorenlogos. Keine Werbung. Nur ein Bild der Erde. Und auf dem Heckflügel der Hinweis auf die Website www.myearthdream.com. So startet Honda in die neue Formel 1-Saison. Diese Website anzuschauen ist eine Pflicht, wenn man sein Geld im weitesten Sinne mit kommerzieller Kommunikation verdient und noch nicht aufgehört hat, neugierig zu sein. Gilt auch für Formel 1-Hasser. Meinungen dazu würden mich wirklich interessieren.

27. Februar 07

Das Imperium schlägt zurück

Louisvuitton

Pimp my bag

Die massenweise Verletzung von Patent- und Markenschutz-, Gebrauchs- und Geschmacksmusterrechten ist aus der Sicht westlicher Industrienationen eine hoch entwickelte Spezialdisziplin chinesischer Geschäftstätigkeit. Mode- und Lifestyleprodukte mit Markenstatus und exorbitanten Handels- und Gewinnspannen sind naturgemäß ein lukratives Ziel für Produktpiraten. Der französische LVMH-Konzern mit seiner Marke LOUIS VUITTON ist aus deren Sicht eine besonders fette und reichhaltige Beute. Er musste bislang mehr oder weniger tatenlos zusehen, wie Containerladungen voller Produktimitate an geschmierten Zollbehörden vorbei in dubiose Vertriebskanäle geschleust wurden.

Doch nun schlägt das Luxuswaren-Imperium zurück. Und zwar mit einem Akt höchsten Symbolwerts. LOUIS VUITTON dreht den Spieß einfach um und kopiert das einzige originär chinesische Produkt, das es bislang zu weltweiter Verbreitung gebracht hat – nämlich die berühmte, aber namenlose chinesische Plastiktragetasche mit dem weiß-blau-roten Linien- und Karodekor, druckt das Muster auf Leder, versieht es mit einem Louis-Vuitton-Stempel und bringt es rund um den Globus für sage und schreibe 1.900 € in seine Boutiquen. Das muss selbst den gerissensten chinesischen Geschäftemachern allergrößten Respekt abfordern. Und nach einer Schrecksekunde werden sie vermutlich sofort den nächstgelegenen „Lederproduzenten” anrufen.

26. Februar 07

Neu: Picasso jetzt auch als Fünfsitzer

Picasso

Ausschnitt aus einem Werbefilm zur Einführung des CITROËN Xara Picasso
Foto: Automobiles Citroën

„Nach der erfolgreichen Einführung des siebensitzigen C4 Picasso setzt CITROËN die Erweiterung des Van-Programms fort. Mit dem CITROËN C4 Picasso 5-Sitzer kommt jetzt ein weiterer ausdrucksstarker VisioVan auf die Straßen.” Sagt Citroën gerade auf seiner Website.

Apropos „ausdrucksstark”: Es war offensichtlich gerade der Mangel an Ausdrucksstärke, der CITROËN vor ein paar Jahren bewogen hat, erstmals eine ihrer französischen Blechkisten mit der gekauften Signatur des großen spanischen Künstlers zu etikettieren. Wohl in der Hoffnung, diese damit aufzuwerten – denn nur so ist zu verstehen, warum sie für die Nutzung der Marke Picasso sehr viel bezahlt haben. Wie Picasso selbst vom Maler zur Marke wurde, habe ich vor Jahren in einem Essay für den Berliner TAGESSPIEGEL beschrieben. Titel: Wie Pablo zu Picasso wurde.

23. Februar 07

DER SPIEGEL über SECOND LIFE – Totalversagen einer Redaktion

Secondlife

Vorläufer (1.5.06) und Nachahmer (17.2.07)

Rebecca Casati, Matthias Matussek, Philipp Oehmke und Moritz von Uslar haben die SPIEGEL-Titelgeschichte über die Internet-Plattform SECOND LIFE geschrieben. Den Namen Oehmke habe ich zum ersten Mal gelesen, die anderen waren mir schon fast vertraut aus der Lektüre der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG und des SZ-MAGAZINS, der SPIEGEL-eigene dicke Hosenträger-Matussek mit seinen „Ich bin Deutschland“-Fernsehgastspielen darf mich sogar als seinen bekennenden Fan betrachten.

In Deutschland ist DER SPIEGEL wahrscheinlich als letztes Medium auf den Public Relations-Zug für SECOND LIFE aufgesprungen, als dessen Lokomotive vor fast einem Jahr die amerikanische BUSINESS WEEK fungierte. Wer die BUSINESSS WEEK-Story von damals erinnert, in Deutschland bestimmt 10.000 Leser, fragt sich verwundert, warum er aus dem SPIEGEL-Artikel nichts, aber auch gar nichts erfahren hat, was er nicht schon längst wusste. Keine einzige eigene Recherche, keine neue Information, kein originärer Gedanke, nur munteres Dahingeplapper mit eingesprengseltem Bildungsbürgertumhabitus. Ganz schön wenig dafür, dass man als neu- und wissbegieriger Leser eine ganze halbe Stunde seines vergänglichen Lebens in das Studium dieses Artikels investiert hat.

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22. Februar 07

Werbung für Fortgeschrittene

Bbdo

304 Seiten Pflichtlektüre für alle, die in Deutschland in der Werbung tätig sind

Wer mal ein paar richtig tolle Typen aus der Werbung kennen lernen möchte ohne dabei das Haus zu verlassen, dem sei das Buch „50 Jahre BBDO” (ISBN 3-9810945-0-6) empfohlen. Neben Vilim Vasata, Jürgen Scholz und Günter Gahren – den Gründern der Werbeagentur TEAM, aus der Deutschlands größter Kommmunikationsdienstleister hervorging – werden 50 weitere Menschen portraitiert oder interviewt, die zu dieser Erfolgsgeschichte beigetragen haben. Okay, man möchte nicht mit allen freiwillig am Tisch sitzen, es sind auch ein paar richtige Dummschwätzer darunter, aber dass man sich derer nicht schämt, macht eben die besondere Qualität dieser besonderen Organisation aus.

Insgesamt ist das Buch prall gefüllt mit interessanten beruflichen und privaten Geschichten, geschäftlichen und gesellschaftlichen Ereignissen, Heiterem, Komischem und Tragischem (manchmal nur einen Halbsatz voneinander entfernt), so dass man nach vier Stunden in diesem Kreis nur noch eines sagen kann: Danke für den schönen Abend.

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20. Februar 07

Die 50 coolsten Websites & Blogs 2007

Rekapollock1

Ein echter Jackson Pollock von Bernd Kreutz, ermöglicht von Miltos Manetas auf der TIME-prämierten Website www.jacksonpollock.org

Noch hundert mal aufwachen, dann ist Redaktionsschluss für die berühmte Liste des amerikanischen TIME Magazine. Noch nie hat es eine deutsche Website oder ein Blog in deren Top 50 geschafft – und das liegt ganz gewiss nicht nur an der Sprachbarriere.

Also, Mädels und Jungs, wer einen wirklich heißen Tipp aus Deutschland hat, jetzt ist die Zeit gekommen, ihn loszuwerden. Dies ist die E-Mail-Adresse der TIME-Autorin: maryannebuechner@yahoo.com. Aber bitte nur Links schicken, die bei ausgeprägtem Realitätssinn und in Kenntnis der Konkurrenz eine echte Chance haben. Ich will mich schließlich nicht blamieren :-)

15. Februar 07

Deutschlands nächster Milliardär

Bionade

Ausschnitt aus dem Inhaltsverzeichnis von TIME

Wer es geschafft hat, in der Business Section des amerikanischen TIME Magazine auf Augenhöhe mit Apple-Chef Steve Jobs und seinem neuen iPhone gefeiert zu werden, der kann in diesem Leben eigentlich nur noch eines werden: Milliardär. Der deutsche Braumeister Dieter Leipold hat es geschafft. Samt Frau Sigrid, Stiefsöhnen Peter und Stephan Kowalsky und Marketingmann Wolfgang Blum. Ich werde fast verrückt vor Freude und Begeisterung über diesen medialen Triumph. Jetzt begreift es nämlich der Dümmste: seine BIONADE hat das Potenzial, so etwas wie die Coca-Cola des 21. Jahrhunderts zu werden.

Bitte TIME-Artikel lesen und bei BIONADE vorbeischauen.

Ich werde mir jetzt ein Gläschen BIONADE Holunder auf Eis gönnen. Prost!

13. Februar 07

Armer, armer Herr Bulthaup

Bulthaup

Brand Management for Dummies                            Foto: Bulthaup, Schlagzeile: FAZ

Über ein Vierteljahrhundert hat der Unternehmer Gerd Bulthaup geschuftet, um aus einem unbedeutenden Küchenhersteller in der bayerischen Provinz ein weltweit angesehenes und erfolgreiches Unternehmen zu machen. Mehr noch – mit seinen Produkten und einer weitgehend symbiotischen Kommunikation hat er einen Kulturbeitrag geleistet. Er hat dazu beigetragen, die Küche als Lebensraum wiederzuentdecken. Und noch mehr – Bulthaup ist unter Bulthaup zu Bulthaup geworden, aus einem Unternehmen ist eine Marke mit internationaler Strahlkraft hervorgegangen.

Da tut es in der Seele weh, wenn man im Wirtschaftsteil der FAZ die Schlagzeile lesen muss „Wir wollen der Porsche der Möbelhersteller werden”. Es ist, man will es gar nicht fassen, die Kernaussage eines 45-jährigen Bulthaup-Geschäftsführers, den Herr Bulthaup offensichtlich von außen geholt hat, um die Geschäfte von Bulthaup zu führen.

Tja, sowas kann schon mal schief gehen. Herr Bulthaup, wir leiden mit Ihnen!

Mit Hochdruck zur Weltmarke

Kaercher

Illustration, Plakat und Bestseller-Titel aus dem derzeitigen französischen Präsidentschafts-Wahlkampf

Nicolas Sarkozy, der französische Innenminister und Präsidentschaftskandidat, hat einem deutschen Unternehmen zu unverhoffter Publizität verholfen. Als es im Juli 2005 in den Pariser Vororten zu gewalttätigen Protesten Jugendlicher aus Einwandererfamilien kam, hat er massenmedial verkündet, dass der Staat diese Vorstädte „mit dem Kärcher reinigen” werde. Gemeint waren die Hochdruckreiniger der deutschen Firma Kärcher. „Kärchern” nennt man so etwas inzwischen, auch in angelsächsischen Ländern. Haben Sie heute schon gekärchert?

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12. Februar 07

Blogger sind Umweltverschmutzer – sagt WALLPAPER-Erfinder Tyler Brûlé

Tb

Ausschnitt aus FRANKFURTER ALLGEMEINE SONNTAGSZEITUNG vom 11. Februar 2007

Es ist noch gar nicht so lange her, dass der Hamburger Werbeagentur-Teilhaber Jean-Remy von Matt für einen Sturm im Wasserglas sorgte, als er Blogs pauschal als „Klowände des Internet” denunzierte. In die gleiche Kerbe haut nun der Journalist Tyler Brûlé, der Mann, der das Lifestyle-Magazin WALLPAPER erfunden und einige Zeit geleitet hat, ein Blatt, das für mich von Anbeginn das ultimative Hochglanzprodukt westlicher Dekadenz im Endstadium war. Unvergessen auch sein Husarenstück, das Erscheinungsbild der Swiss International Air Lines, das ihn in kürzester Zeit zum Multimillionär gemacht haben dürfte. Deren Flugzeuge sehen dank seiner Tätigkeit als Dekorateur und Fassadenkosmetiker aus wie von der Pharmaindustrie gesponsorte Patiententransporter einer Eidgenössischen Zentralanstalt für Psychiatrie. Dieser Tyler Brûlé bringt diese Woche ein neues Magazin auf den Markt, in seinen eigenen blumigen Worten sogar eine „Medienmarke”, darunter macht es einer wie er wohl nicht. Nach allem, was ich bisher gehört und gelesen habe, wieder ein „must have” einer kleinen, sich als Elite dünkenden Gesellschaftsschicht. Diesmal ist es die Gemeinschaft der global tätigen Heimatlosen.

In der FRANKFURTER ALLGEMEINE SONNTAGSZEITUNG hat man ihm gestern eine nur mühsam als Interview kaschierte, fast ganzseitige kostenlose Werbefläche zur Verfügung gestellt. Daraus ein Zitat: „Nicht von ungefähr hat der ‚Economist’ gerade in den USA Erfolg, wo sich die Medienlandschaft in diese Blogosphäre verwandelt und wo jeder versucht, sein eigener Medienexperte und politischer Kommentator zu sein, und der ‚Economist’ mit seinem scharfen Profil und seiner klaren Stimme durch all diese, na ja: Umweltverschmutzung hindurchschneidet.”

Meine Antwort darauf ist ein Offener Brief:

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09. Februar 07

Online Geld verdienen mit „Bernd Kreutz”

Googleaz_berndkreutz

Kann mir jemand mit einfachen Worte erklären, was hier läuft? Bei Google.de sehe ich eine Anzeige der Firma Preisvergleich.de GmbH aus Leipzig. Da wird ein Mann meines Namens – Bernd Kreutz – zum Kauf angeboten. Und jetzt raten Sie mal, was ich mache? Richtig. Ich klicke auf den Link und lande auf der Website von Preisvergleich.de. Und siehe da: Nichts, kein Bernd Kreutz, kein Preisvergleich. Allerdings ist ein Sponsoren-Link von Amazon.de zu sehen, bei dem man, wenn man ihn anklickt, von zwei Amazon-Partnern jeweils ein gebrauchtes Buch eines Bernd Kreutz angeboten bekommt. Also insgesamt zwei Bücher, das günstigere 10 Prozent über dem ursprünglichen Ladenverkaufspreis, wovon Amazon im Falle eines Verkaufs eine Provision erhält.

Für meine zwei Klicks kassiert Google schätzungsweise 16 Cent. Davon 8 von Amazon.de und 8 von Preisvergleich.de, wobei letzteren 4 Cent gutgeschrieben werden, weil die Amazon-Anzeige ja auf deren Seite erschienen ist.

Mit meinem Verhalten, das in der Psychiatrie als KRANK bezeichnet wird, eine Abkürzung von „Klicken, reinschauen, aber nichts kaufen”, habe ich also bei den Firmen Amazon und Preisvergleich.de einen Schaden von 12 Cent verursacht, bei Google allerdings einen finanziellen Nutzen von 12 Cent gestiftet. Gesamtwirtschaftlich betrachtet habe ich mich also keineswegs schädlich verhalten, obwohl ich nichts gekauft habe und deshalb zwei Firmen für mich bluten müssen.

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01. Februar 07

Steinhöfel, mach das Schwein fertig!

Saddammediamarkt

Verbotene (o.) und erlaubte (u.) Schweine-Werbung

„Joachim Nikolaus Steinhöfel (* 26. Juli 1962 in Hamburg) ist ein deutscher Rechtsanwalt, der durch seine erstrittenen Urteile und seine Medienpräsenz als Moderator, Werbefigur und Sänger deutschlandweit bekannt wurde. Steinhöfel ist für den Elektrofachmarkt Media Markt tätig, und auch in dessen Werbespots zu sehen. Steinhöfel legte 1981 seine Abiturprüfung in Bremen ab. Während seines Studiums der Rechtswissenschaften an der Universität Hamburg war er als Autor für Musikzeitschriften und als Radiomoderator (zum Beispiel ‚Shampoo’ bei R.SH) tätig. Seit 1989 betreibt Steinhöfel eine eigene Kanzlei in Hamburg, die wenig später die Metro-Töchter Media Markt und Saturn als Kunden gewinnen konnte.

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