Kann mir jemand mit einfachen Worte erklären, was hier läuft? Bei Google.de sehe ich eine Anzeige der Firma Preisvergleich.de GmbH aus Leipzig. Da wird ein Mann meines Namens – Bernd Kreutz – zum Kauf angeboten. Und jetzt raten Sie mal, was ich mache? Richtig. Ich klicke auf den Link und lande auf der Website von Preisvergleich.de. Und siehe da: Nichts, kein Bernd Kreutz, kein Preisvergleich. Allerdings ist ein Sponsoren-Link von Amazon.de zu sehen, bei dem man, wenn man ihn anklickt, von zwei Amazon-Partnern jeweils ein gebrauchtes Buch eines Bernd Kreutz angeboten bekommt. Also insgesamt zwei Bücher, das günstigere 10 Prozent über dem ursprünglichen Ladenverkaufspreis, wovon Amazon im Falle eines Verkaufs eine Provision erhält.
Für meine zwei Klicks kassiert Google schätzungsweise 16 Cent. Davon 8 von Amazon.de und 8 von Preisvergleich.de, wobei letzteren 4 Cent gutgeschrieben werden, weil die Amazon-Anzeige ja auf deren Seite erschienen ist.
Mit meinem Verhalten, das in der Psychiatrie als KRANK bezeichnet wird, eine Abkürzung von „Klicken, reinschauen, aber nichts kaufen”, habe ich also bei den Firmen Amazon und Preisvergleich.de einen Schaden von 12 Cent verursacht, bei Google allerdings einen finanziellen Nutzen von 12 Cent gestiftet. Gesamtwirtschaftlich betrachtet habe ich mich also keineswegs schädlich verhalten, obwohl ich nichts gekauft habe und deshalb zwei Firmen für mich bluten müssen.
Nehmen wir jetzt mal realistischerweise an, dass von den Reklamehimmel-Lesern 100.000 aus Neugier diesen Fall nachvollziehen, klingeln bei Google mindestens 8.000 Euro in der Kasse, wohingegen bei Preisvergleich.de zeitgleich 8.000 Euro verlustig gehen. Im günstigen Fall für Preisvergleich.de klicken natürlich ein paar tausend auf den Sponsoren-Link von Amazon, sofern der überhaupt erscheint. In deren Werbeabteilung würde das zwar zu langen Gesichtern führen, aber keineswegs zu Entlassungen, da Amazon auch ohne bezahlte Werbung soviel Bücher verkauft und damit soviel Profit macht, dass die sich Werbung leisten können, die nicht unmittelbar etwas bringt.
Da Preisvergleich.de aber genauso wenig wie Amazon pleite ist, scheint deren Geschäftsgeheimnis darin zu bestehen, dass jeder, der mit Onlinewerbung von Preisvergleich.de angebaggert wird, auf deren Website wenigstens drei weitere bezahlte und provisionierte Links anklickt, die zu Firmen wie Amazon führen und deren Geschäftserfolg letztlich auch nicht davon abhängt, ob sie Online-Werbung machen oder nicht.
So also läuft das Online-Werbe-Business? Oder ticke ich etwa nicht richtig?
Rechtlicher Hinweis: Dieser Beitrag ist kein Aufruf zu Online-Klick-Betrügereien. Mehr zu diesem Thema finden Sie in den aufschlussreichen Artikeln des angesehenen amerikanischen Wirtschaftsmagazins Business Week.




Einfach eine Sauerei!
Kommentiert von: Max Giergen | 10. Februar 07 um 19:57 Uhr
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Kommentiert von: martin | 19. Februar 09 um 22:53 Uhr