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29. November 07

Textkritik für Anfänger – heute mit Dr. Olaf Göttgens

Goettgens

Textdokument zum Thema Marke der Website gwa.de (Bildschirmfoto)

Den Text, mit dem wir uns heute beschäftigen wollen, haben wir letzte Woche dem Internetangebot gwa.de entnommen. GWA ist das Kürzel für Gesamtverband Kommunikationsagenturen. Dessen Mitglieder gehören laut Selbstauskunft des GWA „zu den besten Kommunikationsagenturen der Branche”. Der GWA sei somit „Marke und Qualitätssiegel” zugleich, heißt es auf gwa.de. Merke: Marke und Qualitätssiegel sind zwei grundverschiedene Dinge.

Der Text, den wir uns hier vornehmen, ist bereits am 16. August 2005 im HANDELSBLATT erschienen. Er wird aber vom GWA offenbar für so bedeutend gehalten, dass er heute, zwei Jahre später, noch immer Gültigkeit zu haben scheint.

Da sich der Text mit dem Thema Marke auseinandersetzt, ist es notwendig, sich zunächst auf eine Definition dieses Begriffs zu verständigen, denn dessen inflationäre Verwendung hat schon zu erheblichen Missverständnissen geführt. Der Einfachheit halber nutzen wir die Begriffsdefinition, die sich der GWA selbst zu Eigen gemacht hat. Sie stammt von einem Herrn Manfred Bruhn und ist einem Vortrag der Gesellschaft zur Erforschung des Markenwesens e.V. entnommen. Das ist kein Witz, so etwas gibt es.

Zitat: „Als Marke werden Leistungen bezeichnet, die neben einer unterscheidungsfähigen Markierung durch ein systematisches Absatzkonzept im Markt ein Qualitätsversprechen geben, das eine dauerhaft werthaltige, nutzenstiftende Wirkung erzielt und bei der relevanten Zielgruppe in der Erfüllung der Kundenerwartungen ein Erfolgsniveau im Markt realisiert. Dadurch unterscheidet sich eine Marke von einer reinen markierten Leistung.” Zitat Ende.

Ja, die deutsche Sprache ist eine schwere Sprache. Auch für einen Verband, der die besten Kommunikationsagenturen Deutschlands vertritt. Dennoch wird eines deutlich: eine Marke ist etwas anderes als ein Markenartikel, die Marke Persil ist also nicht identisch mit dem Waschmittel Persil, obwohl die Marke Persil dem Waschmittel Persil einen Großteil ihres guten Rufes zu verdanken hat.

Zur Sicherheit vergewissern wir uns, was das derzeit gültige deutsche Markengesetz sagt. Zitat: „Als Marke können alle Zeichen, insbesondere Wörter, einschließlich Personennamen, Abbildungen, Buchstaben, Zahlen, Hörzeichen, dreidimensionale Gestaltungen einschließlich der Form einer Ware oder ihrer Verpackung sowie sonstige Aufmachungen einschließlich Farben und Farbzusammenstellungen geschützt werden, die geeignet sind, Waren oder Dienstleistungen eines Unternehmens von denjenigen anderer Unternehmen zu unterscheiden.” Zitat Ende. Marken sind demnach Marken, wenn sie als Marken eingetragen sind.

Kommen wir nun zum eigentlichen Text. Er stammt von Dr. Olaf Göttgens, zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung „CEO” von BBDO Germany, einer „strategischen Management Holding” für eine Reihe von Agenturen, die in der Rechtsform einer GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung) agiert. Eine GmbH wird laut GmbH-Gesetz von einem oder mehreren Geschäftsführern vertreten. Die Position eines CEO (Chief Executive Officer) gibt es in einer GmbH nicht. Diese Selbsternennung zum CEO kann demnach so interpretiert werden, dass der Funktionsinhaber in der Bezeichnung Geschäftsführer nicht den seinem Selbstverständnis angemessen Titel sieht, er sich mithin zu Höherem berufen fühlt.

Die Überschrift des Artikels lautet „Marken trotz Krisen”. Wohlwollend nehmen wir an, dass es sich hier um einen Schreibfehler handelt und die Überschrift auch nicht „Markus trotzt Krisen” sondern „Marken trotzen Krisen” lauten muss. Aber welchen Krisen trotzen Marken, fragt man sich besorgt. Ansehenskrisen? Vertrauenskrisen? Glaubwürdigkeitskrisen? Weltwährungskrisen? Lassen wir uns überraschen.

„Seit Markenwerte in die Bilanzierung von Unternehmen einfließen, erhalten Marken-Rankings völlig neue Bedeutung.” Falsch. Um nicht zu sagen völlig falsch. Unabhängig nämlich davon, ob neu oder völlig neu: bevor Markenwerte von Unternehmen bilanziell berücksichtigt werden konnten oder es durch gesetzliche Vorschriften den International Financial Reporting Standards (IFRS) entsprechend sogar mussten, gab es überhaupt keine Marken-Rankings. In Wirklichkeit handelt es sich hierbei auch nicht um Marken-Rankings, sondern um Markenwert-Rankings. Zwar sind Markenwerte — hier im finanzwirtschaftlichen Wortsinn gemeint — für Unternehmen, die über Nutzungsrechte an Marken verfügen, von erheblicher Bedeutung, insbesondere dann, wenn sie wenige oder gar keine anderen Vermögenswerte besitzen. Auf welchem Platz aber eine Marke oder das mit einem Markennamen verbundene Unternehmen in so einer Marken-Hitparade auftaucht, ist für dieses belanglos und beinhaltet keinerlei Erkenntnisgewinn oder gar Handlungsanweisungen für die Zukunft. Den Designern der Firma Apple Inc. und deren Chef Steve Jobs zum Beispiel ist die Idee zur Entwicklung ihres iPhone bestimmt nicht deshalb gekommen, weil ihnen etwa ein Unternehmensberater weisgemacht hätte, dass mit dem Markenwert von Apple etwas nicht stimme.

Allerdings haben Rankings einen unbestreitbaren Unterhaltungswert. Sie taugen zum Party-Smalltalk nach Weltwirtschaftskonferenzen ebenso wie nach Managementnachwuchs-Seminaren, sofern die Liste der aufgeführten Marken die mathematisch und intellektuell anspruchsvollere Menge von über einhundert nicht überschreitet.

Von erheblicher Bedeutung sind solche Ranglisten jedoch für jene Unternehmen, die diese Rankings produzieren und mit Hilfe von kooperierenden Medien und deren willfährigen Wirtschaftsjournalisten und Redaktionsvolontären als Instrument der Öffentlichkeitsarbeit und Verkaufsförderung professionell geschickt einsetzen und weltweit vermarkten. Geld verdienen diese Ranking-Produzenten mit Markenbewertungen, für welche sie meist eigene, möglichst komplizierte und schwer zu verstehende Methoden und Modelle entwickelt haben. Noch renditeträchtiger sind die Vielzahl von Beratungsleistungen, die im Rahmen dieses Themenkomplexes angeboten und abgerechnet werden können. Abnehmer sind vorwiegend Konzerne, denen das fachkundige Personal abhanden gekommen ist.

Zu welch unterschiedlichen Ergebnissen diese Rankingproduzenten fähig sind, sei an einigen wenigen aktuellen Beispielen erläutert. In der Studie „Top 100 Most Powerful Brands 2007” der zum WPP-Konzern gehörenden Beratungsgesellschaft Millward Brown rangiert die Marke Google mit einem Markenwert von 66,434 Milliarden US-Dollar auf Platz 1. Die Studie „Best Global Brands 2007” der zum Omnicom-Konzern gehörenden Firma Interbrand führt Google mit einem Markenwert von vergleichsweise lächerlichen 17,837 Milliarden US-Dollar nur auf Platz 24. Während es die Marke Porsche bei Millward Brown mit einem Markenwert von 13,372 Milliarden US-Dollar auf Rang 40 bringt, schafft sie es bei Interbrand mit 4,235 Milliarden Dollar gerade mal auf Platz 80.

Aber es kommt noch bizarrer. Einer aktuellen Studie der BBDO Germany zufolge, deren „CEO” Herr Dr. Göttgens bis vor kurzem noch war, ist DaimlerChrysler nach Allianz und Deutscher Telekom die drittwertvollste „Marke” Deutschlands. Mit einem „Markenwert” von angeblich 19,699 Milliarden Euro. Zum Zeitpunkt der Erhebung besaß der DaimlerChrysler-Konzern ein breitgefächertes Markenportfolio, das von Mercedes-Benz, Maybach, Smart, Unimog, über Chrysler, Jeep, Dodge bis zu Freightliner und Sterling Trucks reichte.

Das Problem der BBDO-Zahlen: DaimlerChrysler ist überhaupt keine Marke. Weder im Sinn der o. g. GWA-Definition noch nach den Buchstaben des Markengesetzes. DaimlerChrysler ist, ebenso wie die Deutsche Telekom, lediglich ein Unternehmen, das seine Leistungen dem Markt mittels Marken anbietet. Im einen Fall ist es zum Beispiel Mercedes-Benz, im anderen Fall T-Mobile.

Aber es kommt noch peinlicher: bei Interbrand und Millward Brown wird DaimlerChrysler selbstverständlich nicht als Marke eingestuft, weshalb beide Beratungsunternehmen auch nur den Wert der wichtigsten DaimlerChrysler-Marke Mercedes-Benz „ermittelt” haben. Bei Interbrand ist die Marke Mercedes-Benz 23,568 Milliarden US-Dollar wert, bei Millward Brown 17,813 Milliarden US-Dollar.

Inzwischen hat die DaimlerChrysler AG den Unternehmensteil Chrysler mitsamt seinen Marken abgestoßen. Das Restunternehmen heißt jetzt Daimler AG. Wenn es nach der Theorie von Herrn Dr. Göttgens und seiner BBDO gehen würde, wären durch das Verschwinden der „Marke” DaimlerChrysler nun also fast 20 Milliarden Euro vernichtet worden. Wer einen solch hanebüchenen Unsinn glaubt, muss sich dringend auf seinen Geisteszustand untersuchen lassen.

Was seltsamerweise alle drei genannten Markenwertermittler nicht zu wissen scheinen, ist dies: was eine Marke wirklich wert ist, entscheidet in einer freien Marktwirtschaft ganz alleine der Markt. Und der gehorcht eigenen Gesetzen, nämlich denen von Angebot und Nachfrage, auch wenn das „Markenberatern” nicht ins Weltbild passt. So hat zum Beispiel BMW für die Markennutzungsrechte an Rolls-Royce 40 Millionen DM bezahlt. Und der Nahrungsmittelmulti Nestlé für Mövenpick 300 Millionen Schweizer Franken. Die beteiligten Unternehmen haben bei der Festlegung des jeweiligen Markenwertes demonstriert, was die Rankings von BBDO, Interbrand, Millward Brown & Co. in harter Währung wert sind: nichts.

Das in diesem Zusammenhang Aktuellste und Kurioseste: Die DaimlerChrysler AG musste der konkurrierenden Ford Motor Company 20 Millionen Dollar überweisen für das Recht, sich als Konzern künftig Daimler AG nennen zu dürfen. Die Rechte an der Marke Daimler sind nämlich im Besitz von Ford.

„Die Stärke einer Marke kann entscheidend sein für ihr Überleben und das des Mutterkonzerns.” Falsch. Wenn man nicht mal weiß, dass DaimlerChrysler keine Marke ist, sondern eben der „Mutterkonzern”, sollte man nicht solch düstere Szenarien in die Welt setzen. Die Stärke und Überlebensfähigkeit einer Marke hängt von der Wertschätzung ab, die diese aus der andauernden Kundenzufriedenheit mit ihren realen Leistungen bezieht sowie von ihrer Fähigkeit, sich rechtzeitig an die sich wandelnden Marktbedürfnisse anpassen zu können.

„Marken haben in unsicheren Zeiten klare Orientierungsfunktionen.” Falsch. Marken haben auch in vollkommen sicheren Zeiten klare Orientierungsfunktionen.

„Starke Marken schaffen es auch, sich den Preiskriegen ganzer Branchen zu entziehen.” Falsch. Nur wenn Marken stark sind, können sie überhaupt Preiskriege anzetteln.

„So ist es auch nicht verwunderlich, dass drei große, starke Marken – Deutsche Telekom, DaimlerChrysler und Allianz – schon seit drei Jahren das Spitzen-Trio beim BBDO-Ranking der DAX-30-Unternehmen bilden.” Doch, das ist sehr verwunderlich, da ja weder die Deutsche Telekom, noch DaimlerChrysler Marken sind. Einzig Allianz ist eine Marke, hier sind Markenname und Unternehmensname identisch.

„Alle drei Unternehmen betreiben Markenpflege langfristig und konsequent und werden durch steigende Markenwerte dafür belohnt.” Mit Ausnahme der Allianz kompletter Blödsinn. Man betrachte nur einmal das anhaltende Marken-, Angebots- und Kommunikationschaos der Deutschen Telekom. Oder das jahrelange Marken-Missmanagement bei DaimlerChrysler. Es sei nur an den Elchtest erinnert, die Qualitätsprobleme quer durch die Fahrzeugklassen, an den Wahnsinn, das Spitzenprodukt des Konzerns unter der Marke Maybach zu vermarkten bis hin zur aktuellen Markenverballhornung, bei der die Mercedes-Benz R-Klasse auf eine Ebene mit der Markenikone W100 gehoben wird. Und nicht zu vergessen die Lächerlichkeit des neuen Markenerscheinungsbildes mitsamt dem ganzen Wortmüll, von dem es begleitet wird.

„Krisen können ihnen so schnell nichts anhaben.” Falsch. Allein die schiere Zahl einst starker, heute aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwundener Marken und oftmals auch der mit ihnen verbundenen Firmen beweist das Gegenteil. Dieses Kapitel der Wirtschaftsgeschichte scheint Herr Dr. Göttgens während seines BWL-Studiums wohl versäumt zu haben.

„Markenwerte werden jedoch schon längst nicht mehr nur an Unternehmen und Produkten festgemacht. Auch Personen können zur Marke werden wie etwa Günther Jauch und Thomas Gottschalk.” Richtig. Personen können zur Marke werden. Wir denken da zum Beispiel an Philip Morris, Peter Stuyvesant, Ferdinand Porsche, Enzo Ferrari, Gabrielle Chanel oder Guccio Gucci. Meinetwegen auch an Erich Sixt oder Michael Thonet. Günther Jauch und Thomas Gottschalk aber sind weiß Gott keine Marken. Jauch und Gottschalk sind lediglich Prominente — und auch das nur im deutschsprachigen Raum. Aber diesen Unterschied begreifen Leute wie Herr Dr. Göttgens offenbar erst auf deren Beerdigung. Dann sind diese angeblichen „Marken” nämlich tot - im Gegensatz zu dem, was uns Unternehmer wie Robert Bosch, die Brüder Cinzano oder Walt Disney hinterlassen haben.

„Selbst bei den Parteien sind professionelle Markenbildung und Markenpflege Alltag.” Falsch. Eine Partei ist eine Partei ist eine Partei. Und keine Marke. Deshalb gehören professionelle Markenbildung und Markenpflege auch nicht zu deren Alltag. Zu deren Alltag gehört das, was ihnen das Grundgesetz aufgetragen hat. Von Markenbildung und Markenpflege steht im Grundgesetz nichts. Es wäre auch grauenvoll, wenn wir in einem Staat leben müssten, dessen Politik von den jeweils im Trend liegenden Marketing-, Marken- und Markenmanagement-Moden und deren eigennützigen Promotoren bestimmt werden würde.

„Die Wahl im Herbst ist in jedem Fall eine Markenwahl. Parteiprogramme hin oder her – es geht um Schröder versus Merkel und wer von beiden mehr wert ist.” Falsch. Es ging um die Wahl einer politischen Richtung. Es ging um die Bundesrepublik Deutschland. Es ging um unser aller Zukunft.

Übrigens: Dr. Olaf Göttgens, dessen Text wir hier kritisch beleuchtet haben, steht inzwischen als Vice President Brand Communications Mercedes-Benz Cars (auf deutsch: Vize-Präsident Marken-Kommunikation Mercedes-Benz Fahrzeuge, früher auch Werbeleiter genannt) auf der Gehaltsliste der Daimler AG. Was vieles erklärt.

Siehe auch hier.

28. November 07

Ist Kreutz eine Marke? Kreutz ist eine Marke!

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Marke Kreutz: reale Markenurkunde und getürkte Markenzeichen

Von Joseph Beuys stammt das Diktum, wonach jeder Mensch ein Künstler sei. Überträgt man diesen Gedanken ins Marketing, könnte man die These in den Raum stellen: „Jeder Mensch ist eine Marke.” Das ist insofern neu, als sich in der aktuellen Marketingdebatte in Deutschland unter Fachleuten und solchen, die sich dafür halten, bislang nur der Konsens herstellen ließ, wonach sozusagen jeder Furz eine Marke ist. Ich habe mir die künstlerische und markenphilosophische Freiheit genommen, erstmals beide Grundüberzeugungen zu verbinden und als Bernd Kreutz beim Deutschen Patent- und Markenamt die Wortmarke „Kreutz” anzumelden. Und zwar in der für Düfte relevanten Markenklasse 25. Im Moment bin ich dabei, mit Spezialisten eine Kollektion von Aromakerzen mit olfaktorischem Alleinstellungsmerkmal zu kreieren und zur Marktreife zu bringen. Erste Überlegungen, mein Markenzeichen an bekannten Vorbildern zu orientieren, habe ich — nicht nur aus rechtlichen Gründen — inzwischen verworfen und bin offen für (natürlich unverbindliche) Vorschläge aus Kreisen der Reklamehimmel-Leserschaft.

27. November 07

Heil Hugo! BOSS droht

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Freiheit der Kunst oder Verletzung von Markenrechten?

Für ein neues Buch über Marken, an dem ich zur Zeit arbeite und das im Frühjahr erscheinen wird, wollte ich das Thema vertikale Markenexpansion am Beispiel der Mode- und Lifestyle-Marke HUGO BOSS erläutern. Obwohl in Stuttgart geboren und gar nicht weit von Metzingen entfernt aufgewachsen, glaubte ich mich bestens über die Geschichte des Unternehmens informiert, konnte ich doch quasi direkt vor Ort mitverfolgen, wie die Brüder Jochen und Uwe Holy seit Beginn der 1970er Jahre aus dem Erbe ihres Großvaters einen global tätigen Modekonzern formten. Bei der für mein Vorhaben zentralen Frage jedoch, auf welchem herausragenden Produkt dieser Großvater mit dem international selbsterklärenden Namen seinen ursprünglichen Unternehmenserfolg gründete, musste ich leider erkennen, dass mein Wissen über Boss der Vertiefung bedurfte.

Erste Überraschung: keinerlei Auskunft auf der Website zu finden.

Zweite Überraschung: die Presseabteilung weigert sich, eine mündliche Auskunft zu geben — dabei geht es doch nur um ein einziges Wort, nämlich den Begriff für das Produkt, auf dem Hugo Boss seinen geschäftlichen Erfolg aufbaute.

Dritte Überraschung: statt der zugesagten Antwort auf meine Frage erhalte ich eine E-Mail mit der Bitte, meinerseits schriftlich Auskunft zu geben über den Inhalt meines Buches, welche Unternehmen darin vorgestellt werden, über angestrebte Auflage, Zielgruppe, Distribution etc..

Vierte Überraschung: als ich die Presseabteilung darüber informiere, dass ich mich inzwischen anderweitig kundig gemacht und zu meinem Entsetzen zur Kenntnis habe nehmen müssen, dass Hugo Boss sein Geld mit der Massenproduktion von Nazi-Uniformen und mit Hilfe von Zwangsarbeitern verdient hat, erhalte ich eine weitere E-Mail. Diesmal vom Head of Corporate Communication & Art Sponsorship persönlich, mit dem freundlichen Hinweis, die Hugo Boss AG behalte sich „im Falle einer Publikation fehlerhafter Angaben” rechtliche Schritte gegen mich vor. Kein Wort zur Nazi-Vergangenheit von Hugo Boss und seinem Schwiegersohn Eugen Holy.

26. November 07

„Also ich glaube, Strom ist gelb” – 2400 Downloads in 2 Tagen, über 5000 in 4 Wochen

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THE LONG TAIL: 1x1000 ist genauso viel wie 20x50

Unter der Schlagzeile „Rarität! Im Buchhandel vergriffen!! Antiquariats-Preise bis zu 127 Euro!!! Jetzt gratis downloaden!!!!” habe ich am 11. Oktober mein Buch 4 Wochen lang gratis ins Netz gestellt. Wollte einfach mal schauen, was passiert. Und jetzt bin ich ganz sprachlos. Noch nie zuvor in meinem Leben bin ich in so kurzer Zeit mit so vielen Komplimenten bedacht worden. Dafür möchte ich mich auf meine Weise sehr herzlich bedanken: mit einem weiteren Gratis-Download meines erfolgreichsten Buches. Demnächst mehr.

25. November 07

Toyota testet verbrauchs- und emissionsfreien Viertwagen

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Noch geheim: der neue Toyota Corolla light

Autos werden heute bekanntlich mit Hilfe von CAD entworfen. CAD ist die Abkürzung von Computer Aided Design, auf deutsch: Computergestütztes Design. Vereinfacht ausgedrückt, wird dabei das digitale Modell eines Fahrzeugs zunächst in Form eines sogenannten Drahtmodells („wire frame”) aufgebaut, welches dann im weiteren Verlauf des Designprozesses flächig ausgefüllt wird. So erscheint schließlich das computergenerierte Abbild des künftigen Modells auf dem Bildschirm.

Angeregt von so einem Drahtmodell haben Marktforscher von Toyota eine Studie in Auftrag gegeben, mit deren Hilfe herausgefunden werden soll, ob in gesättigten Märkten Käuferinteresse an einem dermaßen abgespeckten Corolla besteht, dessen einziger Zweck darin besteht, einen Dritt- oder Viertwagen zu simulieren.

Spaß beiseite: es handelt sich hier um ein reales Drahtmodell, das die japanische Toyota-Werbeagentur Dentsu bei dem britischen Künstler Benedict Radcliffe für eine Kampagne in Auftrag gegeben hat. Hier der Link.

23. November 07

Der unwiderstehliche Charme selbstgemachter Werbung, Teil 2


Der superbe Thomas D. von Die Fantastischen Vier gibt per Video ein Video in Auftrag

Im Teil 1 dieser kleinen Artikelserie habe ich zwei Unternehmer vorgestellt, zu deren Erfolgsrezept auch selbstgemachte Werbung gehört. Eine Stufe weiter gehen nun die Musikunternehmer Michael Beck, Thomas Dürr, Michael B. Schmidt und Andreas Rieke, die ebenfalls schon immer ihre Werbung selbst produzierten. Sie haben vor kurzem ihr Publikum dazu aufgerufen, ein Video zu ihrem neuen Song „Ichisichisichisich” zu drehen und zu einem Wettbewerb einzureichen. Resultat: 300 Clips innerhalb von 3 Wochen. Der Sieger dieses Musikvideo-Wettbewerbs, der Schweizer Sascha Kämpf (pixelbar.ch) durfte gnädige 44.444 Euro in Empfang nehmen, das ist in etwa soviel wie eine 5 mit Zusatzzahl im Deutschen Lottoblock. Seine Arbeit und die einiger anderer Einsender ist ab sofort hier zu sehen: http://fanta4.myvideo.de

22. November 07

Bitte sagen Sie jetzt nichts!

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Nicht zu beneiden: Mitarbeiter des Bereichs Öffentlichkeitsarbeit der Deutschen Telekom AG

Das Wichtigste kommt bei der Deutschen Telekom AG immer zum Schluss:

„Diese Pressemitteilung enthält zukunftsbezogene Aussagen, welche die gegenwärtigen Ansichten des Managements der Deutschen Telekom hinsichtlich zukünftiger Ereignisse widerspiegeln. Sie sind im Allgemeinen durch die Wörter „erwarten”, „davon ausgehen”, „annehmen”, „beabsichtigen”, „einschätzen”, „anstreben”, „zum Ziel setzen”, „planen”, „werden”, „erstreben”, „Ausblick” und vergleichbare Ausdrücke gekennzeichnet und beinhalten im Allgemeinen Informationen, die sich auf Erwartungen oder Ziele für Umsatzerlöse, bereinigtes EBITDA oder andere Maßstäbe für die Performance beziehen. Zukunftsbezogene Aussagen basieren auf derzeit gültigen Plänen, Einschätzungen und Erwartungen. Daher sollten Sie sie mit Vorsicht betrachten. Solche Aussagen unterliegen Risiken und Unsicherheitsfaktoren, von denen die meisten schwierig einzuschätzen sind und die im Allgemeinen außerhalb der Kontrolle der Deutschen Telekom liegen. Dazu gehören u. a. auch die Faktoren, die in den Abschnitten „Forward-Looking Statements” und „Risk Factors” des von der Deutschen Telekom auf Form 20-F bei der U.S. Securities and Exchange Commission eingereichten Berichte beschrieben sind. Zu den relevanten Faktoren zählen auch die Auswirkungen bedeutender strategischer und operativer Initiativen, einschließlich des Erwerbs oder der Veräußerung von Gesellschaften von Unternehmenszusammenschlüssen sowie Initiativen zur Kosteneinsparung, die die Kosten- und Erlösentwicklung wesentlich beeinträchtigen können. Sollten diese oder andere Risiken und Unsicherheitsfaktoren eintreten oder sollten sich die den Aussagen zu Grunde liegenden Annahmen als unrichtig herausstellen, so können die tatsächlichen Ergebnisse der Deutschen Telekom wesentlich von denjenigen abweichen, die in diesen Aussagen ausgedrückt oder impliziert werden. Die Deutsche Telekom kann keine Garantie dafür geben, dass die Erwartungen oder Ziele erreicht werden. Die Deutsche Telekom lehnt jede Verantwortung für eine Aktualisierung der zukunftsbezogenen Aussagen durch Berücksichtigung neuer Informationen oder zukünftiger Ereignisse oder anderer Dinge ab.”

Danke für die Hinweise. Hätten wir echt nicht bedacht.

21. November 07

Utopia existiert

Utopia

Möchte man wirklich wissen, was hinter diesen Mauern vor sich geht?

Utopia. Ich habe es letzte Woche mit eigenen Augen gesehen. In den Niederlanden, in Noordwijk, auf Meeresspiegelhöhe. Hat sich Thomas Morus das wirklich so vorgestellt? Oder ist das einfach nur das Haus eines mir unbekannten holländischen Schriftentwerfers? Bitte um Auskünfte. Sonst bringt mich das wieder um die eine oder andere Nachtruhe.

20. November 07

Der genetische Code der Marke Apple

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Form follows Ulm

Der auf jahrzehntelanger, stetiger Produktinnovation basierende Erfolg der Apple Inc. hat in jüngster Zeit einige betagtere deutsche „Markenexperten” dazu verleitet, die Gründe dafür den FAZ- bis ABSATZWIRTSCHAFT-Lesern mit selbstgebasteltem und dann von ahnungslosen Journalisten unredigiertem Markentheorie-Bombast verklickern zu wollen — worüber Apple-Kenner natürlich schallend gelacht haben.

Besonders köstlich fand ich, dass diese Leute, deren ästhetisches Urteilsvermögen offenkundig von Marktforschungsreisen durch deutsche Supermärkte geprägt wurde, dass diese Leute den Apple-Erfolg auch noch glaubten, mit der inhaltsbefreiten Worthülse „Design” in Zusammenhang bringen zu müssen. Das ist ungefähr so, als ob man den Erfolg eines Romans auf die Verwendung von Buchstaben zurückführen und dies dann als Entdeckung feiern würde.

Vermutlich haben diese Pseudotheoretiker noch nicht einmal was von der Ulmer Hochschule für Gestaltung gehört, auf deren Maximen schon der Erfolg der Firma Braun beruhte (siehe Abbildung oben rechts) und deren reine Lehre heute Apple in die Praxis umsetzt. Bevor einer über „Design” und den „genetischen Code der Marke Apple” schwafelt, sollte er wenigstens wissen, wo dieser Code zu finden ist: Am Hochsträß 8 in Ulm an der Donau.

Siehe auch hier.

19. November 07

Ich gestehe! Teil 2

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iPhone-Photo, Paris, Hôtel de Crillon, Zimmer Nr.140, 4.47 Uhr

Ja. Ich gebe zu, ich war dort. Am Freitag, 16. November 2007. Im Hôtel de Crillon an der Place de la Concorde zu Paris. Anläßlich der ParisPhoto im Carrousel du Louvre. Das Hotel gehörte bis vor kurzem der Champagner-Dynastie Taittinger, weshalb das Champagnertrinken in diesem Hotel etwas so Selbstverständliches ist, dass man gerne vergisst, dass man es eigentlich gar nicht verträgt. Mir reicht schon der Genuss eines einzigen Glases, um die Nachtruhe erheblich zu verkürzen.

Prompt kam es denn auch so, wie es kommen musste: gegen 4 Uhr morgens war ich hellwach. Machte aber nichts, denn ich hatte ja zum Glück mein iPhone dabei. Also: ruckzuck ins gebührenfreie Hotel-WLAN eingeloggt und schon konnte ich drauflos spielen. Habe natürlich auch im Reklamehimmel vorbeigeschaut und verblüfft festgestellt, dass eine Menge Leute zu Besuch waren, um meine Beichte zu lesen, viele davon durch einen Verweis im fontblog. Beim Lesen eines Kommentars passierte es dann. Mir wurde urplötzlich klar, dass ich mir beim Öffnen der Verpackung meines iPhone und der anschließenden Inbetriebnahme zwar des historischen Moments bewusst war, dass ich ihn dennoch aber irgendwie vergeigt hatte. Ich hätte diesen Moment mit mehr Feierlichkeit und Würde ausstatten und erleben sollen. Auch hatte ich es versäumt, dies auf dem ersten der vielen iPhone-Photos, die ich noch machen werde, für die Nachwelt zu dokumentieren. Das brachte mich auf eine Idee. Ich kritzelte diese auf einen Notizzettel und schlief dann wieder ein.

Und das ist sie, die Idee: Jeder, der ein iPhone kauft, soll ein iPhone-Photo machen, mit dem er/sie die ganz persönliche Einweihungszeremonie für sich, seine Kinder und Kindeskinder festhält. Okay, es gibt natürlich Situationen im Leben, die gefühlsschwangerer sind. Aber für etwas, was man kaufen kann, hat es das iPhone in sich — schon alleine das Auspacken ist eine Sensation. Ich schwöre es. Statt es wie in meiner Beichte, Teil 1, zu verdummbeuteln, hätte ich mir mindestens ein Fläschchen Champagner gönnen sollen — es hätte ja nicht unbedingt einer  von Taittinger sein müssen. Auch hätte ich wenigstens eine Duftkerze von Annick Goutal anzünden, die neue CD mit den alten Songs von Led Zeppelin einschieben und zur Sicherheit vielleicht auch eine Schokolade bereitlegen sollen, damit ich den staunenden Mund notfalls wieder zukriege. Dann, ja dann erst hätte ich mit meinem Superbrotmesser von Güde zur Tat schreiten dürfen.

Für mich ist dieser Zug nun leider abgefahren. Aber alle, die nach mir ein iPhone kaufen und in Gebrauch nehmen, sollten daraus für sich ein ganz persönliches, ganz spezielles Ereignis schaffen. Und mir oder dem fontblog anschließend ein iPhone-Photo mailen oder im eigenen Blog veröffentlichen und es mich wissen lassen. Wenn so bis zum 31. Dezember 2007 eintausend Bilder zusammenkommen, werden der Herr Siebert vom fontblog und ich der Deutschen Telekom höchstpersönlich etwas aus den Rippen schneiden, was hoffentlich allen Teilnehmern noch mal eine kleine Freude machen wird. Ach ja, beinahe hätte ich es vergessen: auf jedem Bild muss natürlich eine iPhone-Verpackung zu sehen sein und es darf keinen Ärger geben, wenn die Bilder veröffentlicht werden (von wegen Persönlichkeitsrechten und so). Los geht’s! Weitersagen und weitermailen.

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iPhone-Photo der Utensilien einer iPhone-Einweihungszeremonie, die leider nicht stattgefunden hat

15. November 07

Ich gestehe!

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Mein iPhone

Dies ist eine Beichte: Ja. Ich gebe zu, ich war dort. Am Freitag, 9. November 2007, um 0 Uhr 01. Im T-Punkt in der Schildergasse zu Köln. Zur iPhone Europa-Premiere.

Ich habe den T-Mobile-Vertrag unterschrieben, und in der Euphorie des Moments auch noch den teuersten, wo gab. Ich habe es herzklopfend in Empfang genommen und es auf dem Beifahrersitz meines Daimler liegend nach Hause gefahren. Dort schlief ich glücklich und zufrieden neben dem immer noch ungeöffneten Objekt der Begierde ein. Am nächsten Morgen, unmittelbar nach einem schnellen Frühstück, schritt ich zur Tat. Nein, ich zelebrierte, was nun kommen musste: Mit einem vorsichtigen Schnitt des edelgestählten Brotmessers durch das Cellophan entjungferte ich die Verpackung, liftete in Zeitlupe beidhändig den Deckel und genoss das fast unhörbare pfffffffffffffft des sich auflösenden Unterdrucks. Plötzlich schien mir, als ob ich das Knistern einer Weihnachtskerze vernähme und Lebkuchenduft mir in die Nase stiege — Kindheitserinnerungen an meine Märklin-Eisenbahn wurden wach. Als ich das iPhone dann aus der Packung nahm und auf den Knopf drückte, schwante mir, dass ich einen solch erhabenen Moment als Zeitzeuge des zivilisatorischen Fortschritts vielleicht erst wieder in zwei oder drei Jahrzehnten würde erleben dürfen.

Jetzt, nach ein paar Tagen aufgeregten Entdeckens, Benutzens und stolzen Herumzeigens zweifle ich vor allem am Verstand all jener deutschen Journalisten, die uns, ohne das Produkt selbst je in Händen gehalten und getestet zu haben und ohne die begeisternden Berichte der amerikanischen Kollegen zu kennen, monatelang weismachen wollten, andere Handy-Hersteller hätten längst Produkte mit ähnlichen Features auf dem Markt, teilweise mit mehr Leistung, in jedem Fall aber billiger. Arme Irre, kann ich da nur sagen. Aber das ist halt Deutschland. Macht aber nichts, ich habe es ja trotzdem gekauft. Gott sei Dank.

14. November 07

Grünen-Chefin Claudia Roth verursacht schweres Erdbeben in Leipzig

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Claudia Roth sorgt für heftige Ausschläge des von Medienberichten gesteuerten Wortschatz-Seismographen der Universität Leipzig

Das Institut für Informatik der Universität Leipzig hat mit seinem Wortschatz-Lexikon einen wunderbaren, internetbasierten Service geschaffen, der uns so etwas wie einen täglichen seismographischen Zustandsbericht der deutschen Medienwirklichkeit und deren Erregungspegel liefert.

Anfang November zum Beispiel, man erinnert sich kaum noch, ist meine heiß und innig verehrte, meine knuffig-knuddelige, herzensgute Claudia Roth mal wieder von einem ihrer berühmt-berüchtigten Hassanfälle heimgesucht worden und hat den unbescholtenen Gottessohn, Bischof Walter Mixa, in einem Atemzug mit dem kambodschanischen Massenmörder Pol Pot genannt. Resultat: schlimm, schlimm, schlimm, siehe Abbildungen oben. Wenige Tage zuvor erst war sie, sichtlich euphorisiert, um nicht zu sagen halluzinierend, in einem Interview mit SPIEGEL TV ausgerastet und hat so Sätze wie „...ich liebe die Konflikte in der Türkei, es gibt immer wieder Probleme, immer wieder Konflikte...”, „...ich kann gute Börek machen” und „Die Türkei ist meine Freundin” in die Fernsehkamera gesprochen.

Meine Claudi kann nichts dafür, dass sie solche Sachen sagt, Claudi leidet selbst darunter. Wie oft habe ich ihr schon gesagt, sie soll vor dem Schlafengehen nicht drei Kilo Haribo Lakritzschnecken essen, die machen nun mal ein bisschen irre am nächsten Tag. Aber sie hört nicht auf mich. Und die Medien kennen keine Gnade. Ja, so ist das.

13. November 07

Advertising is Good For You

Guinness hat mal wieder einen Werbefilm drehen lassen, der eine ganze Nation erfreut

Im meinem vorletzten Artikel habe ich etwas zum Thema „Production Value” bei Werbefilmen gesagt. Als ob ich es geahnt hätte, liefert uns jetzt der irische Bierbrauer Guinness ein Paradebeispiel, wie eine uralte und schon hundertfach genutzte Werbeidee vergnüglich variiert und von Könnern mit Hilfe von hundert Kilo englischen Pfund Sterling dramaturgisch gekonnt in Szene gesetzt werden kann. Hätte ohne Kohle garantiert nicht funktioniert. Mehr dazu hier.

12. November 07

Daimler-Obersupermarkenmanager Dr. Göttgens Hauptdarsteller im Dokumentar-Film „Olaf, der Bruchpilot”

Mercedes-Benz 300 SL mit Flügeltüren am Rande der Oldtimer-Rally Mille Miglia 2007, von Dr. Göttgens persönlich geschrottet

Das Beste an meinem 100-Tage-Blog-Experiment ist, dass ich nicht nur ganz unerwartet interessante neue Menschen kennen lerne, sondern sich plötzlich auch die schon erwähnten Ex-Nachbarn melden, um mir ihr Herz über die aktuellen Zustände bei ihrem nunmehr als Daimler AG firmierenden Untertürkheimer Arbeitgeber auszuschütten.

Mit der Betreffzeile „Markenpflege à la Göttgens” und der sarkastischen Bemerkung „Ob der Mann eine Ahnung von der Marke Mercedes-Benz hat, wissen wir nicht — unsere Autos zu Schrott fahren kann er jedenfalls” erhielt ich den Link zu obigem Video. Angeblich Totalschaden, geschätzte 500.000 Euro futsch, just for fun.

Mehr will ich Moment nicht sagen. Eigentlich reicht es jetzt ja auch. Nur eine Frage habe ich noch: Der mit dem Handy am Anfang, ist er das?

Siehe auch hier.

09. November 07

Der unwiderstehliche Charme selbstgemachter Werbung

Blendtec-Chef Tom Dickson schreddert ein iPhone

Willi Pfannenschwarz ist Kult. Jeder, der im deutschen Südwesten lebt, hat schon mal einen seiner legendären, selbsterdachten und –produzierten Funkspots auf SWR3 gehört. Je öfter er mit schwäbischem Akzent und begleitet von Gitarre oder Hammond-Orgel sein unvergleichliches „Seitenbacher-Müsli – lecker, lecker, lecker” anpreist, desto weniger ist man geneigt, zu einem der vielen Konkurrenzprodukte zu greifen, die mit standardisierten Marketingmethoden zwar professionell korrekt angeboten werden, plötzlich aber irgendwie unzeitgemäß und kalt wirken. Seelenlose industrielle Massenware eben.

Die Seitenbacher Naturkost GmbH wurde 1980 von Willi Pfannenschwarz in Waldenbuch gegründet und nach einem nahen Bach, dem Seitenbach, benannt. Heute beschäftigt das Unternehmen schon über 120 Mitarbeiter. Neuerdings werden ebenso extrem leckere TV-Spots produziert, mit einem sehr spezifischen „Production Value“ – mit diesem Begriff erklären professionelle Werbefilm-Produzenten ihren Kunden, warum teure Filme besser sind. Der handgestrickte Internetauftritt von Seitenbacher tut ein Übriges, dass man diese Firma einfach lieben muss. Unbedingt Spots anhören und anschauen. Hier.

Vermutlich hat Pfannenschwarz aus der Not gehandelt, sich keine Werbeprofis leisten zu können, oder aus der Überzeugung heraus, dass die auch nur mit Wasser kochen. Vielleicht hat er auch instinktiv und aus eigener Konsumentenerfahrung erkannt, dass Authentizität ein schwer zu imitierender Wettbewerbsvorteil sein kann.

Einen ähnlichen Kultstatus wie Pfannenschwarz hierzulande hat in den USA Tom Dickson. Er ist Chef und Gründer von Blendtec, einem Hersteller äußerst wirkungsvoller Qualitätsmixer und anderer Küchenprodukte. Dickson geht allerdings einen Schritt weiter als Pfannenschwarz. Er verzichtet komplett auf traditionelle Medien und setzt stattdessen konsequent auf das Internet als Kommunikations- und Vertriebskanal. Mit seinen schrägen Produktdemos, bei denen er alle möglichen Produkte schreddert, hat er die Online-Verkaufszahlen angeblich schon um 650 Prozent in die Höhe getrieben. In einem Jahr. Mit praktisch null Kosten. Auf der Blendtec Homepage kann man sich das in Ruhe anschauen. Hier.

Bei aller Verschiedenheit haben diese Beispiele doch eines gemeinsam. Es mag zwar banal klingen, dennoch ist es eine ewige Wahrheit: wer als Unternehmer ein sehr gutes Produkt anbietet, auf das er zu Recht stolz sein kann, wer sein Publikum wirklich mag und sich selbst nicht allzu ernst nimmt, der verfügt über eine Glaubwürdigkeit und Überzeugungskraft, die ein Konzernabteilungsleiter auch mit viel Geld und mit Hilfe sehr guter Dienstleister nur schwer übertreffen kann.

08. November 07

Darf einer wie Bernd M. Michael einen wie Steve Jobs beleidigen?

Berndmmichael

Bernd M. Michael, stets elegantest gewandeter Inhaber eines Büros für „Marken-Architektur” vor einem seiner superchicen Powerpoint-Charts — auf einer Konferenz der Hamburger SinnerSchrader AG

Steve Jobs, der charismatische Chef von Apple, neuerdings von Medien und Anhängerschaft auch als iGod verehrt, kann zwei Sorten von Menschen nicht ausstehen: Leute mit schlechtem Geschmack und Schwätzer. Wenn er von Journalisten auf Äußerungen angesprochen wird, die diese Art von Menschen öffentlich über ihn abgesondert haben, lautet seine süffisante Antwort neuerdings so: „Ich mag ihn sehr, aber er ist wirklich Old School”.

In der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG kam neulich auch so einer zu Wort, in einem Artikel mit der für Apple-Kenner schon inhaltlich bizarren Wichtigtuer-Schlagzeile „Ein genetischer Code — Konzentration auf die Monomarke Apple zahlt sich aus”. Zitat: „Der jüngste Schritt der Marke Apple zum iPhone sei abermals mutig, zeige er doch auf, wie weit eine Dachmarke tragen könne. Er dokumentiere eine bahnbrechend neue Vorgehensweise, die die jahrzehntelang geltende Regel für Markenführung neu justierte, hat ein anderer, Bernd M. Michael, Inhaber des BMM Büro für Marken-Architektur, in einem Aufsatz geschrieben. Bisher hieß die Kernfrage aller Markentechniker immer: Wie weit kann und darf man eine Marke spreizen, ohne dass sie ihre Kernkompetenz verwässert oder sogar gefährdet?”

Wow! Dachmarke! Bahnbrechend! Markentechnik! Spreizung, Verwässerung, Gefährdung! Kernkompetenz! Mutig!

Bernd M. Michael, der Wortakrobat dieser Zeilen, ist der kürzlich in den Ruhestand geschickte Ex-Chef der Deutschlandzentrale der Werbeagenturgruppe GREY, was auf Deutsch „grau” bedeutet. Gemeint ist in diesem Fall aber nicht ein flirrendes Leuchtgrau, ein subtil elegantes Greige oder dieses leicht ins Kardinalrot tendierende Schwergrau, das einem nach der vierten Flasche Grauburgunder in den Kopf steigt, nein, gemeint ist im Fall der Werbeagentur GREY das klassische Mausgrau. Und zwar das Fahlgrau einer toten Maus. Heerscharen von Kreativen meiner Generation machten sich über diese Werbeagentur GREY und deren stets erlesen geschmacklos gekleideten, in seinen Kreisen durchaus angesehenen Chef lustig. Nicht, weil er, der Mann mit den vielen Fleißkärtchen, es tatsächlich schaffte, aus einem kleinen einen großen Laden zu machen, sondern weil er dabei das nahezu unnachahmliche Kunststück fertig brachte, hunderte, wenn nicht tausende von Auszeichnungen für effiziente Werbung zu ergattern, ohne auch nur einen einzigen kreativen Zufallstreffer zu landen, mit dem die Agentur sich hätte bei internationalen Kreativwettbewerben dauerhaft profilieren können. Wer je zu Michaels Zeiten in Düsseldorfs hässlicher Corneliusstraße vom Gehweg aus einen Blick in die Büros von GREY wagte, kann sich nur schwer vorstellen, dass ein Kreativer mit einer Restmenge von Stil es in dieser Legebatterie für Werbebeamte hätte länger als fünf Minuten aushalten können.

Schwerwiegend ist auch das von Herrn Michael während seiner Zeit bei GRAU herausgegebene eintausendachthundert Seiten starke „Werkbuch M wie Marke“. Wer es nicht wie ich von vorne bis hinten gelesen hat, würde nicht glauben, dass man darin keinen einzigen — ich wiederhole: keinen einzigen — originären oder gar originellen Gedanken findet.

Wenn ein geschmacklich dermaßen kontaminierter Bürobetreiber für „Marken-Architektur” es wagt, in solch unverschämt ahnungsloser und dabei gönnerhaft wertender Weise öffentlich die Worte Apple und Steve Jobs in den Mund zu nehmen, grenzt das an iGotteslästerung. Vielleicht sollte der Mann mit seinem Büro für „Marken-Architektur” mal einen Statiker beauftragen, der sein Theoriegebäude auf Einsturzgefahr überprüft. Und wenn die FAZ dergleichen druckt, kann das nur mit der alten Berufs-Definition entschuldigt werden, wonach Journalisten Menschen sind, die nur selten über Dinge schreiben dürfen, von denen sie etwas verstehen.

07. November 07

Propagandamittel der Staatsidee

Kranwetvogel

Kultische Verehrung eines Staatsgründers: Werner Kranwetvogel dokumentiert in einer sensationellen Fotostrecke A NIGHT IN PYONGYANG

Mich erstaunt immer wieder, dass man es in Politik und Wirtschaft – und damit auch in Medien, Marketing und Werbung - zu Führungspositionen bringen kann, ohne wenigstens Propagandamittel der Staatsidee von Hans Domizlaff oder aber Masse und Macht von Elias Canetti gelesen zu haben. Zugegeben, beide Bücher sind schon etwas älteren Datums, was aber ihre Bedeutung nicht schmälert und ausschließlich damit zusammenhängt, dass seitdem niemand mehr etwas auch nur annähernd so Substanzielles zu diesen Themen zu sagen gehabt hätte.

Es ist natürlich sehr anstrengend, Bücher mit so vielen Buchstaben zu verdauen, wenn man den lieben langen Arbeitstag auf Powerpoint-Präsentationen starren musste. Man kann es dem Spiel- und Werbefilmregisseur Werner Kranwetvogel deshalb nicht hoch genug anrechnen, dass er uns mit seinem fulminanten Bildband über die Massenspiele der Demokratischen Volksrepublik Korea die Gelegenheit gibt, etwas sehr Aktuelles über Propagandamittel der Staatsidee und das Verhältnis von Masse und Macht zu erfahren, ohne dabei auch nur ein einziges Wort lesen zu müssen.

Großartig. Kaufen. Weitersagen. Zur Website geht es hier.

06. November 07

Süß! Waldorf-Schüler gestalten Bionade-Plakate

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Bionade-Großflächenplakate in deutschen Großstädten

Was Rudolf Steiner, der Begründer der Anthroposophie, heutzutage von Werbung und den durch sie vermittelten Angeboten halten würde, können wir nur erahnen: vermutlich nicht viel, um nicht zu sagen gar nichts. Hellauf begeistert aber wäre er garantiert von Bionade-Limonade und neuerdings erst recht von der Werbung für dieses unwiderstehliche, alkoholfreie Wohlfühlgetränk.

Bionade ist, wie wir alle wissen, nicht nur der Markenname unserer geliebten Bio-Limonade. Bionade ist inzwischen zu einer Marke mit weltanschaulicher Prägung ganz im Steiner'schen Sinn geworden. Ob unabsichtlich oder geplant, lassen wir mal dahingestellt.

Bionade ist glücklicherweise nun auch dabei, ein riesiger wirtschaftlicher Erfolg zu werden – weltweit. Zunächst natürlich in Form von Limonade, mit exponentiellen Steigerungsraten bei Absatz, Umsatz und vermutlich auch beim Gewinn. Geschafft hat Bionade das ganz ohne klassische Werbung, nur durch die Qualität und Überzeugungskraft des Produkts, persönlichen Empfehlungen, Medienberichten, Messebesuchen und ein paar kleinen Sponsoringmaßnahmen.

Wenn wir schon ohne Werbung so groß werden konnten und schon so viel Geld verdienen, dass wir uns Werbung locker leisten können, ohne deshalb auf irgendetwas verzichten zu müssen, dann probieren wir mal eine Werbung aus, die gar nicht nach Werbung aussieht. Und am Wenigsten sieht sie nach Werbung aus, haben sich die Bionade-Macher gedacht, wenn sie nicht von einer Werbeagentur gemacht wird.

Gesagt, getan. Waldorf-Schulen angeschrieben (das sind Schulen, deren pädagogischer Ansatz auf den Lehren Rudolf Steiners beruht), Waldorf-Schüler-Wettbewerb veranstaltet, Waldorf-Jury mit Waldorf-Pädagogen berufen, Waldorf-Preisträger gekürt, Waldorf-Plakate gedruckt und fertig. Sieht ganz nach einer stillen Tat aus. Siehe auch www.stille-taten.de

05. November 07

Gottlos? Werbeagentur Jung von Matt prahlt mit geklauter sodomistischer Perversion

Deutsch

Anzeigen der Werbeagentur Jung von Matt für das Lifestyle-Magazin DEUTSCH – dreist geklaute und billig kopierte Lieblingsmotive der Fotografen-Legende Helmut Newton

Vor wenigen Jahren war es in unserem kleinen Land noch ein Superaufreger, DEUTSCH als Titel eines neuen Lifestyle-Magazins zu wählen. Nun aber, da wir vor lauter Vaterlandsliebe und bei jeder sich bietenden Gelegenheit die Deutschlandflagge aus dem Fenster hängen und sogar das Deutschlandlied dazu singen dürfen, ohne dass ein Parteimitglied von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN die Polizei ruft, nun muss man schon schärfere Methoden anwenden, um aufzufallen. Das Magazin DEUTSCH hätte sich beispielsweise ganz einfach bemühen können, seine Auflage durch ein entsprechendes redaktionelles Angebot in die Höhe zu treiben. Dies scheint aber über Jahre so gründlich misslungen zu sein, dass die Werbeagentur Jung von Matt beauftragt werden musste, das Aufmerksamkeitsdefizit des Blattes mit den Mitteln der Werbung auszugleichen. Und die Agentur, deren Chef Jean-Remy von Matt auch die Blog-Beschimpfungsformel „Klowände des Internet” erfunden hat, ließ sich nicht zweimal bitten und verkündet jetzt ganz stolz, dass sie mit ihren Anzeigenmotiven „provozieren und größtmögliche Aufmerksamkeit” schaffen wolle.

Ich will hier nicht in Wehklagen über die moralische Verkommenheit der Werbeagentur Jung von Matt und deren Auftraggeber verfallen. Ich will auch nicht über die berufliche Eignung der Macher spekulieren oder die Dekadenz der westlichen Gesellschaften beklagen, die den Nährboden für solche „Werke” bereiten. Mich provozieren die Bilder aus einem anderen Grund: sie sind auf schamlose Weise dem Lebenswerk des toten Helmut Newton entrissen und rücksichtslos banalisiert worden. Helmut Newton hat derlei Motive im reifen Alter und mit großer Sorgfalt inszeniert - und er war dafür biografisch legitimiert. Ihm konnte man deshalb nicht mit Moral kommen, jedenfalls nicht bei diesen Bildern. Er kann sich gegen die Ausbeutung seines künstlerischen Schaffens durch die Werbeagentur Jung von Matt nicht mehr zur Wehr setzen. Wir können es.

02. November 07

GEGENDARSTELLUNG: Dr. Klaus Maier und Dr. Olaf Göttgens – KEINE Superstars am schwäbischen Markenmanagement-Sternenhimmel

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Werbung als vollkommener Ausdruck von marken- und produktstrategischem Versagen: neue Kampagne für die Mercedes-Benz R-Klasse

Auf Grund einer Vielzahl von Mails und etlichen Anrufen zu meinem Reklamehimmel-Artikel vom 23. Oktober 2007 über das „neue” Mercedes-Benz „Markenerscheinungsbild”, sehe ich mich zu einigen Klarstellungen veranlasst.

1. Die Überschrift zu diesem Artikel ist IRONISCH gemeint.

2. Der Artikel selbst ist KEINE Satire.

3. Das dem Artikel zugrunde liegende Kommunikationsgebaren des schwäbischen Automobilkonzerns hat selbstverständlich NICHTS mit Markenführung oder Markenmanagement zu tun, sondern, ganz im GEGENTEIL, mit deren vollständiger Abwesenheit.

4. Gnädigerweise habe ich es unterlassen, die neue Mercedes-Benz R-Klasse-Kampagne unter inhaltlichen Aspekten zu werten. Etliche Leser haben daraus geschlossen, dass ich diese Kampagne gut finde. Dieser Eindruck ist falsch. Richtig ist vielmehr: DIE NEUE MERCEDES-BENZ R-KLASSE-KAMPAGNE FINDE ICH NOCH BESCHEUERTER ALS DIE ALTE.

In aller Kürze der wichtigste Grund für meine persönliche Meinung:

Der Wesenskern der Marke Mercedes-Benz lässt sich auf einen einzigen Begriff verdichten: Respekt. Unser kollektives Gedächtnis und unser kollektives Bewusstsein in Bezug auf die Marke Mercedes-Benz wurden in starkem Maße von zwei Mercedes-typischen Fahrzeuggattungen geprägt, die zu diesem Respekt wesentlich beigetragen haben, und von denen man annehmen müsste, dass sie vom Daimler-Management mit besonderer Sorgfalt und Hingabe gepflegt werden: Staatskarossen und Silberpfeile.

Eine automobile Missgeburt wie die R-Klasse in einen auch nur irgendwie gearteten Zusammenhang mit einer Marken-Ikone wie dem Mercedes-Benz W 100 zu bringen, ist weder ein misslungenes Werbewitzchen, noch ein markenstrategischer Anfängerfehler. Das ist pervers.

Dass die Leute, die das zu verantworten haben, überhaupt noch auf der Daimler-Gehaltsliste stehen, ist ein Skandal.

Und dass sie überhaupt auf diese Gehaltsliste geraten sind, ist eine Schande.

Meine Meinung. Amen.

Siehe auch hier und hier.

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