Bionade-Großflächenplakate in deutschen Großstädten
Was Rudolf Steiner, der Begründer der Anthroposophie, heutzutage von Werbung und den durch sie vermittelten Angeboten halten würde, können wir nur erahnen: vermutlich nicht viel, um nicht zu sagen gar nichts. Hellauf begeistert aber wäre er garantiert von Bionade-Limonade und neuerdings erst recht von der Werbung für dieses unwiderstehliche, alkoholfreie Wohlfühlgetränk.
Bionade ist, wie wir alle wissen, nicht nur der Markenname unserer geliebten Bio-Limonade. Bionade ist inzwischen zu einer Marke mit weltanschaulicher Prägung ganz im Steiner'schen Sinn geworden. Ob unabsichtlich oder geplant, lassen wir mal dahingestellt.
Bionade ist glücklicherweise nun auch dabei, ein riesiger wirtschaftlicher Erfolg zu werden – weltweit. Zunächst natürlich in Form von Limonade, mit exponentiellen Steigerungsraten bei Absatz, Umsatz und vermutlich auch beim Gewinn. Geschafft hat Bionade das ganz ohne klassische Werbung, nur durch die Qualität und Überzeugungskraft des Produkts, persönlichen Empfehlungen, Medienberichten, Messebesuchen und ein paar kleinen Sponsoringmaßnahmen.
Wenn wir schon ohne Werbung so groß werden konnten und schon so viel Geld verdienen, dass wir uns Werbung locker leisten können, ohne deshalb auf irgendetwas verzichten zu müssen, dann probieren wir mal eine Werbung aus, die gar nicht nach Werbung aussieht. Und am Wenigsten sieht sie nach Werbung aus, haben sich die Bionade-Macher gedacht, wenn sie nicht von einer Werbeagentur gemacht wird.
Gesagt, getan. Waldorf-Schulen angeschrieben (das sind Schulen, deren pädagogischer Ansatz auf den Lehren Rudolf Steiners beruht), Waldorf-Schüler-Wettbewerb veranstaltet, Waldorf-Jury mit Waldorf-Pädagogen berufen, Waldorf-Preisträger gekürt, Waldorf-Plakate gedruckt und fertig. Sieht ganz nach einer stillen Tat aus. Siehe auch www.stille-taten.de




Tja, schön wär’s!
Kommentiert von: waldorfbazar | 13. Dezember 07 um 18:23 Uhr