Kein Objekt der Begierde. Sondern Ergebnis professioneller Marktforschung
(Foto: Bernd Kreutz)
Was Steve Jobs, der Mitgründer von Apple, von Marktforschung hielt, ist seit langem bekannt: Nichts. Null. Nada. Walter Isaacson belegt es nun erneut in seiner gerade erschienenen Jobs-Biographie mit einer eindrucksvollen Geschichte. Nach der Weltpremiere des Macintosh sei Jobs von einem Journalisten des angesehenen US-Magazins Popular Science gefragt worden, welche Art Marktforschung er vor dessen Markteinführung betrieben habe. Jobs antwortete mit einer Gegenfrage: ”Did Alexander Graham Bell do any market research before he invented the telephone?“
Beim Lesen dieser Zeilen erinnerte ich mich an einen wertlosen Gegenstand, den ich immer dann aus dem Keller hole, wenn es darum geht, Marktforscher zu veräppeln. Es handelt sich um das Resultat eines ART CONSUMER RESEARCH PROJECTS der Pop-Artisten Gerald Laing und Peter Phillips. Mitte der 1960er-Jahre hatten sie in einer aufwendigen, äußerst professionell geplanten und durchgeführten Marktforschungsstudie herausgefunden, wie sich ein repräsentativ ausgewählter Kreis amerikanischer und britischer Kunstkenner ein Werk zeitgenössischer Avantgardekunst vorstellt. Die Befragungsergebnisse wurden in einem komplexen Rechenprogramm mit großzügiger Unterstützung der New Yorker Bell Company ausgewertet, der Firma des oben erwähnten Alexander Graham Bell. In dem sich insgesamt über fünfzehn Monate hinziehenden Untersuchungs-, Entwicklungs- und Umsetzungsprozess entstand schließlich das erste Kunstwerk der Welt auf der Grundlage umfassender Marktforschungsmethodik. Es hat in seiner gloriosen Bedeutungslosigkeit verblüffende Ähnlichkeiten mit dem, was Marketingkomitees in Konzernen auch heute noch regelmäßig zustande bringen.
Siehe auch hier.




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