reklamehimmel: Erfolgsunternehmer James Dyson: „Ich glaube nicht an Marken″

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26. Juni 12

Kommentare

So sehr ich James Dyson verehre, so wenig glaube ich den Schmus mit dem einen verbotenen Wort (es gibt auch bei Dyson's sicher mehrere verbotene Worte, z.B. die F-, C- und A words). Solche Sprüche sind in der Regel Verdachtsmomente, die auf einen Mediencoup schliessen lassen.

"People don’t buy a brand, they buy a product.″

Das ist beinahe so intelligent wie der Dummspruch "Werbung ist Kunst". Die finale Kaufentscheidung wird in weitaus grösserem Masse vom Markenimage als von der reinen Notwendigkeit bestimmt. Der Kaufwunsch basiert sicher auf der Notwendigkeit für ein bestimmtes Produkt. Aber dann wird aus dem Angebot ausgewählt -- und ab dem Moment kaufen die Leute Marken. Sie wollen vor, beim und nach dem Kauf sicher sein, dass sie die richtige Wahl getroffen haben, und da hilft eben (nur) eine starke Marke.

Obwohl ich z.B. dringend einen neuen Computer ("Product") bräuchte, würde ich niemals einen Windows-PC in Betracht ziehen -- auch wenn mein derzeitiges MacBook Pro ("Brand") mich laufend in die Verzweiflung treibt.

Mr. Dyson ist ein exzellenter Showman und deshalb ein exzellenter Salesman -- in bester Staubsaugerverkäufertradition. Aber hier bläst er Warmluft in Sturmstärke (womöglich handelt es sich ja um ein neues revolutionäres Dyson-Produkt, wahrscheinlich ein gefriergetrockneter Designerfön...).

PS: "People buy products. But they choose brands."

Recht hat er und auch wieder nicht.
Klar verlieren viele Unternehmen vor lauter Marketing ihr Produkt aus den Augen. Und, wenn man an die Ursprünge der Marken zurück denkt, stand nicht die Werbung im Mittelpunkt, sondern das Produkt. Doch was ist denn eine Marke anderes, als die Vorstellung, die ein Kunde mit dem Produkt verbindet? Und da bedient der Kunde seine Motive. Passt das Produkt zu seiner Wertewelt kauft er es - wenn nicht, lässt er es bleiben.

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