Luxusproletariat auf den Champs-Élysées (Foto: Rulf Neigenfind)
Jeden Tag derselbe traurige Anblick: Menschen stehen an. In langen Schlangen. Ein Zeichen der Krise? Ist die Versorgungslage im Pariser Westen wieder einmal kritisch geworden? Die Leute warten draußen vor dem Tor, im Regen, im eisigen Wind. Aber worauf warten sie? Ein Pfund Mehl? Ein paar Eier? Etwas Holz & Kohlen? Oder handelt es sich gar um eine Kulturschlange? Sind etwa wieder mal Picassos, Monets oder Matisses zur Show gestellt?
Aber nein! Hier handelt es sich um das oft von weit her angereiste Luxusproletariat, das geduldig ansteht, um bei Abercrombie & Fitch ein- und für den Kauf eines Hoodie oder eines Sweatshirt zugelassen zu werden.
Weiter oben auf den Champs, vor dem Protzpalast von Louis Vuitton, besteht die Schlange aus schwer betuchten, jedoch in bürokratisch gemusterten Nylonanzügen angetanen Chinesen, germanischen Allzweckblondinen, denen man den Düsseldorfer Akzent schon von




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