12. Dezember 07

Stackenblochen: Gameshow für Freunde des rechten Winkels

Das gute deutsche Stackenblochen, da muss sogar US-Komiker Conan O’Brian lachen

Man darf sich von den Uniformen nicht täuschen lassen, Stackenblochen wurde an der Ulmer Hochschule für Gestaltung erfunden. Besonders beliebt war das Spiel in der von Otl Aicher geführten Entwicklungsgruppe 5. Bitte keine Kommentare!

03. Dezember 07

Original und Fälschung

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Ex-Kanzler Dr. Gerhard Schröder und Noch-Kanzlerin Dr. Angela Merkel (Foto: picture-alliance/dpa)

Acht Jahre hat die CDU-Parteivorsitzende Angela Merkel offensichtlich gebraucht, um die Wahlkampfstrategie und deren Motto „Die neue Mitte” zu kapieren, mit der Gerhard Schröder Helmut Kohl aus dem Amt gedrängt hat. Und jetzt kopiert sie die. So verzweifelt ist die CDU-Vorsitzende also schon, wenn sie an die Bundestagswahl 2009 denkt. Die Delegierten des CDU-Parteitags haben ihr am Wochenende dennoch verhalten zugejubelt. Wie die Gäste auf der Titanic damals dem Orchester – kurz bevor die letzten Schwimmwesten verteilt wurden.

25. November 07

Toyota testet verbrauchs- und emissionsfreien Viertwagen

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Noch geheim: der neue Toyota Corolla light

Autos werden heute bekanntlich mit Hilfe von CAD entworfen. CAD ist die Abkürzung von Computer Aided Design, auf deutsch: Computergestütztes Design. Vereinfacht ausgedrückt, wird dabei das digitale Modell eines Fahrzeugs zunächst in Form eines sogenannten Drahtmodells („wire frame”) aufgebaut, welches dann im weiteren Verlauf des Designprozesses flächig ausgefüllt wird. So erscheint schließlich das computergenerierte Abbild des künftigen Modells auf dem Bildschirm.

Angeregt von so einem Drahtmodell haben Marktforscher von Toyota eine Studie in Auftrag gegeben, mit deren Hilfe herausgefunden werden soll, ob in gesättigten Märkten Käuferinteresse an einem dermaßen abgespeckten Corolla besteht, dessen einziger Zweck darin besteht, einen Dritt- oder Viertwagen zu simulieren.

Spaß beiseite: es handelt sich hier um ein reales Drahtmodell, das die japanische Toyota-Werbeagentur Dentsu bei dem britischen Künstler Benedict Radcliffe für eine Kampagne in Auftrag gegeben hat. Hier der Link.

14. November 07

Grünen-Chefin Claudia Roth verursacht schweres Erdbeben in Leipzig

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Claudia Roth sorgt für heftige Ausschläge des von Medienberichten gesteuerten Wortschatz-Seismographen der Universität Leipzig

Das Institut für Informatik der Universität Leipzig hat mit seinem Wortschatz-Lexikon einen wunderbaren, internetbasierten Service geschaffen, der uns so etwas wie einen täglichen seismographischen Zustandsbericht der deutschen Medienwirklichkeit und deren Erregungspegel liefert.

Anfang November zum Beispiel, man erinnert sich kaum noch, ist meine heiß und innig verehrte, meine knuffig-knuddelige, herzensgute Claudia Roth mal wieder von einem ihrer berühmt-berüchtigten Hassanfälle heimgesucht worden und hat den unbescholtenen Gottessohn, Bischof Walter Mixa, in einem Atemzug mit dem kambodschanischen Massenmörder Pol Pot genannt. Resultat: schlimm, schlimm, schlimm, siehe Abbildungen oben. Wenige Tage zuvor erst war sie, sichtlich euphorisiert, um nicht zu sagen halluzinierend, in einem Interview mit SPIEGEL TV ausgerastet und hat so Sätze wie „...ich liebe die Konflikte in der Türkei, es gibt immer wieder Probleme, immer wieder Konflikte...”, „...ich kann gute Börek machen” und „Die Türkei ist meine Freundin” in die Fernsehkamera gesprochen.

Meine Claudi kann nichts dafür, dass sie solche Sachen sagt, Claudi leidet selbst darunter. Wie oft habe ich ihr schon gesagt, sie soll vor dem Schlafengehen nicht drei Kilo Haribo Lakritzschnecken essen, die machen nun mal ein bisschen irre am nächsten Tag. Aber sie hört nicht auf mich. Und die Medien kennen keine Gnade. Ja, so ist das.

06. November 07

Süß! Waldorf-Schüler gestalten Bionade-Plakate

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Bionade-Großflächenplakate in deutschen Großstädten

Was Rudolf Steiner, der Begründer der Anthroposophie, heutzutage von Werbung und den durch sie vermittelten Angeboten halten würde, können wir nur erahnen: vermutlich nicht viel, um nicht zu sagen gar nichts. Hellauf begeistert aber wäre er garantiert von Bionade-Limonade und neuerdings erst recht von der Werbung für dieses unwiderstehliche, alkoholfreie Wohlfühlgetränk.

Bionade ist, wie wir alle wissen, nicht nur der Markenname unserer geliebten Bio-Limonade. Bionade ist inzwischen zu einer Marke mit weltanschaulicher Prägung ganz im Steiner'schen Sinn geworden. Ob unabsichtlich oder geplant, lassen wir mal dahingestellt.

Bionade ist glücklicherweise nun auch dabei, ein riesiger wirtschaftlicher Erfolg zu werden – weltweit. Zunächst natürlich in Form von Limonade, mit exponentiellen Steigerungsraten bei Absatz, Umsatz und vermutlich auch beim Gewinn. Geschafft hat Bionade das ganz ohne klassische Werbung, nur durch die Qualität und Überzeugungskraft des Produkts, persönlichen Empfehlungen, Medienberichten, Messebesuchen und ein paar kleinen Sponsoringmaßnahmen.

Wenn wir schon ohne Werbung so groß werden konnten und schon so viel Geld verdienen, dass wir uns Werbung locker leisten können, ohne deshalb auf irgendetwas verzichten zu müssen, dann probieren wir mal eine Werbung aus, die gar nicht nach Werbung aussieht. Und am Wenigsten sieht sie nach Werbung aus, haben sich die Bionade-Macher gedacht, wenn sie nicht von einer Werbeagentur gemacht wird.

Gesagt, getan. Waldorf-Schulen angeschrieben (das sind Schulen, deren pädagogischer Ansatz auf den Lehren Rudolf Steiners beruht), Waldorf-Schüler-Wettbewerb veranstaltet, Waldorf-Jury mit Waldorf-Pädagogen berufen, Waldorf-Preisträger gekürt, Waldorf-Plakate gedruckt und fertig. Sieht ganz nach einer stillen Tat aus. Siehe auch www.stille-taten.de

10. Oktober 07

Spiekermann(’)s Apostroph läuft Amok

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Apostrophenalarm bei der Deutschen Bahn

Wie erst heute bekannt wurde, hat sich bei der Datenübertragung eines Schriftentwurfs des renommierten Berliner Designers Erik Spiekermann ein bislang unbekannter Computervirus in den Zentralserver seines Auftraggebers, der Deutschen Bahn AG, eingenistet. Der Virus hatte erstmals vor zwei Wochen öffentliche Aufmerksamkeit erregt, als er anlässlich des Münchner Oktoberfests in einer Sonderangebots-Anzeige der Deutschen Bahn das Wort Wiesn durch einen Apostroph verunstaltete. Auf der Suche nach den Ursachen dieser bislang einzigartigen Attacke auf das bayerische Sprachbrauchtum fanden Experten heraus, dass sich der Virus bereits zu einem früheren Zeitpunkt auch in anderen Publikationen der Deutschen Bahn bemerkbar machte.

In einer eilends einberufenen Pressekonferenz versicherte Bahnchef Hartmut Mehdorn, dass es nach einer ersten Prüfung der Zahlen des aktuellen Geschäftsberichts nicht zu den befürchteten Verwechslungen von Komma und Apostroph gekommen ist. Auch sei der für das nächste Jahr geplante Börsengang der Bahn nicht gefährdet. Siehe auch deppenapostroph.de

08. März 07

Düsseldorfer Kongress konstatiert Renaissance der Kalligraphie

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Abbildungen mit freundlicher Genehmigung der UIC

„Die Kalligraphie im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit” war das Leitthema des diesjährigen Kongresses der Internationalen Kalligraphen-Vereinigung, die am vergangenen Wochenende erstmals auf deutschem Boden stattfand. In einer Art Performance demonstrierten einige Teilnehmer der Düsseldorfer Veranstaltung ihre Meisterschaft. Vor zahlreich erschienenem Publikum transformierten sie mit subtilem Witz Angebote ortsansässiger Reiseveranstalter in kalligraphische Kleinkunstwerke. Die Objekte bleiben noch bis zum Sommer im Obergeschoss des Düsseldorfer Flughafens ausgestellt. Unbedingt anschauen.

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28. Februar 07

Baden-Württemberg schreibt Imagekampagne neu aus

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Screenshot des Supplement zum Amtsblatt der Europäischen Union, Dokument 30362-2007

Das Staatsministerium Baden-Württemberg hat Agenturleistungen für die Landeskampagne Baden-Württemberg neu ausgeschrieben. Geschätzter Gesamtwert des Auftrags: zwischen 4 und 8 Millionen Euro für eine zweijährige Rahmenvereinbarung. Laut Ausschreibung ist das Ziel der Kampagne, „Baden-Württemberg bei den Hauptzielgruppen der Entscheider und Multiplikatoren im deutschsprachigen Raum beliebter, bekannter und aktueller zu machen.” Abgabetermin ist der 5. März 2007, 10.00 Uhr.

Unbestätigten Gerüchten zufolge ist der Auslöser dieser Ausschreibung der Reklamehimmel-Artikel „Takin’ Care of Business” vom 14. Dezember 2006, der innerhalb der Landesregierung nicht nur zu Lachkrämpfen geführt haben soll.

14. Dezember 06

Takin’ Care of Business

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Sebastian Turner (Bild links) gehört zu den deutschen Werbeleuten, die ich besonders schätze. Deshalb freut es mich für ihn, dass er es mit seiner Agentur Scholz & Friends geschafft hat, in den diesjährigen deutschen „Kreativrankings” sämtliche Wettbewerber zu deklassieren. Was ich an Sebastian Turner bewundere sind aber weniger seine kreativen Fähigkeiten als vielmehr das herausragende politische Talent sowie die dazugehörigen strategischen und taktischen Finessen, die es ihm ermöglichten, diesen für das geschäftliche Fortkommen seiner Firma so förderlichen Spitzenplatz anzustreben und zu erklimmen. Welche Entschlossenheit! Welche Zähigkeit! Welche Ausdauer!

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